Donnerstag, 9. August 2001

Nur jeder 5. verwendet die neuen Regeln

Verwenden Sie die neue Rechtschreibung? Umfrage

Die Rechtschreib-Reform - die Österreicher können sich nach wie vor nicht an "Gämse" statt "Gemse" gewöhnen: Laut neuester Umfrage verwenden nur 15% die neuen Regeln! Hartnäckig ist die Hälfte der Österreicher - sie bleiben auch weiterhin der alten Schreibweise treu!

500 Menschen hat OGM zur Rechtschreib-Reform befragt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der "Reform-Schreiber" aber um immerhin 13 Prozentpunkte gestiegen.
- 28 Prozent (2000: 24 Prozent) der Befragten wollen in Zukunft auf die neue Rechtschreibung umsteigen.
- 55 Prozent (2000: 63 Prozent) bleiben bei der alten Schreibweise.

Neue Rechtschreibregeln werden weiter abgelehnt
- 14% halten die Reform "für eine gute Sache" (2000: 7%),
- 57% finden die neuen Regeln "weniger gut" (2000: 69%).
- 26% ist die Reform "egal" (2000: 15%).

Hat die Gämse Zukunft?
Wie im Vorjahr unentschieden sind die Österreicher in der Frage der Zukunft der neuen Rechtschreibung.
- 48% (2000: 46%) glauben, dass sich die neuen Regeln durchsetzen,
- 45% (2000: 42%) befürchten Schreib-Anarchie, d.h. jeder schreibt wie er will.

OGM-Experte Peter Hajek sieht die strikte Ablehnung der Rechtschreibreform in der Bevölkerung "langsam, aber doch abbröckeln". Die häufigere Verwendung der neuen Regeln sei zum Teil auf das berufliche Umfeld zurückzuführen, außerdem erleichterten Computerprogramme den Umstieg. Die Befürchtung einer nicht einheitlichen Rechtschreibung führt Hajek auf den uneinheitlichen Gebrauch im Alltag zurück. So würden etwa die verschiedenen Zeitungen die Regeln nicht einheitlich anwenden, außerdem würden Amts- und Geschäftssprache differieren. Als "Garant" für eine künftig einheitliche Rechtschreibung sieht Hajek aber die kommenden Generationen, die in der Schule schon die neuen Regeln vermittelt bekommen. Allerdings würde die Umstellung noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern.

9.8.2001 18:05