Donnerstag, 9. August 2001

Beweise für Missionierung angekündigt

Nach der Festnahme von vier Deutschen in Afghanistan wollen die Taliban westliche Diplomaten einreisen lassen. "Wir werden ihnen die Visa nicht verweigern", sagte Abdul Rehman Zahid vom Taliban-Außenministerium am Donnerstag in Kabul. Die Vergabe der Visas verzögert sich jedoch trotz dieser Zusage.

Die Diplomaten-Reise zu den festgenommenen ausländischen Mitarbeitern der Hilfsorganisation "Shelter Now International" (SNI) in Afghanistan hat sich am Donnerstag verzögert. Trotz einer Zusage der herrschenden Taliban-Milizen waren die nötigen Visa bis zum Mittag nicht erteilt. Damit wurde es unwahrscheinlich, dass die drei Unterhändler aus Deutschland, Australien und den USA noch im Laufe des Tages die Hauptstadt Kabul erreichen. Sie wollten aufbrechen, sobald sie die nötigen Stempel erhalten haben. Das Taliban-Regime wird international nicht anerkannt.

Die Taliban hatten vier Deutsche, zwei US-Bürger, zwei Australier und 16 Afghanen festgenommen, denen sie christliche Missionierungsversuche vorwerfen. Darauf steht die Todesstrafe. Abdul Rehman Zahid vom Taliban-"Außenministerium" hatte zur geplanten Reise der in Pakistan akkreditierten Diplomaten gesagt: "Wir werden ihnen die Visa nicht verweigern." Die Taliban würden den Diplomaten Beweise dafür vorlegen, dass die Mitarbeiter von "Shelter Now" christliche Mission betrieben hätten.

9.8.2001 13:43