Mittwoch, 8. August 2001

Immer mehr Österreicher im Ausland in Haft

650 Österreicher sind im Jahr 2000 im Ausland verhaftet worden. Österreichische Diplomaten helfen nur, wenn der Betreffende es wünscht. Auffallend ist unter den Inhaftierten der hohe Anteil von Drogendelikten. In Südostasien oder Lateinamerika werden sie besonders schwer geahndet.

Der Großteil der Betroffenen, exakt 516, saßen in Europa ein - hauptsächlich in Deutschland, Spanien und Italien. In ganz Amerika wurden im Vorjahr 79 Österreicher verhaftet, davon 35 in den USA und 6 in Kanada. In Asien waren es 31 Österreicher, in Afrika 22 und in Australien zwei.

In Ländern mit schwierigen Haftbedingungen können häufig Erfolge erzielt werden, so das Außenministerium. In Kuba konnten heimische Behörden die Auslieferung eines Studenten erreichen, der nach einem Autounfall zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war. Ein Österreicher - ebenfalls in Kuba - wurde aus humanitären Gründen in die Heimat überstellt. Auf ihn hatten dreißig Jahre Kerker gewartet. Überstellungen in die Heimat gab es aber auch aus Thailand, Panama und Brasilien.

Österreichische Vertretungsbehörden konnten das Los vieler anderer Inhaftierter durch Haftbesuche, medizinische Versorgung und rechtliche Hilfe erleichtern.

Prinzipiell sollte man sich immer vor Auslandsreisen über die Rechtsordnung im Zielland informieren. Im Internet gibt es unter http://www.bmaa.gv.at (Außenministerium) bei den Länderinformationen auch Infos über das Justizsystem.

8.8.2001 12:16