Dienstag, 7. August 2001

Scharping: "Nicht gegen Moskau gerichtet"

Der deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping hat bei Gesprächen in St. Petersburg die geplante NATO-Erweiterung gegen russische Kritik gerechtfertigt. Der geplante Beitritt weiterer Staaten zum westlichen Bündnis diene "ausschließlich dem Schutz der europäischen wie der weltweiten Sicherheit", sagte er am Dienstag nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Iwanow.

Die Erweiterung sei nicht gegen Moskau gerichtet - die NATO wolle im Gegenteil sogar enger mit Russland kooperieren, sagte Scharping vor Journalisten.

Iwanow bekräftigte dagegen die russische Kritik. "Wir können der russischen Gesellschaft nicht erklären, warum ein Militärbündnis sich ausdehnt, obwohl der Kalte Krieg vorbei ist und es keine anderen Blöcke mehr gibt", sagte er. Die europäische Sicherheit müsse "für alle gleich sein". Russland stemmt sich besonders gegen einen NATO-Beitritt der drei baltischen Staaten, die früher zur Sowjetunion gehörten.

Bei dem zweitägigen Arbeitsbesuch in St. Petersburg sprachen Scharping und Iwanow über die deutsch-russische Militärzusammenarbeit im laufenden Jahr und internationale Krisenherde wie den Balkan und den Nahen Osten. Scharping wollte noch am Dienstag den Heimflug antreten.

7.8.2001 15:56