Montag, 6. August 2001

Wieder Debatte um den Homosexuellen-Paragrafen

Der § 209: Er stellt homosexuelle Beziehungen zwischen erwachsenen Männern und 14 bis 18jährigen Burschen unter Strafe. Die VP ist sich in dieser Frage nicht einig. Jetzt präsentiert die VP Kärnten ihren Kompromiss-Vorschlag. Ein generelles Schutzalter von 16 Jahren für Mädchen und Burschen.

Das ist aber einigen VP-Politikern in der Steiermark - so wie den Grünen - nicht genug: Sie fordern, dass der so genannte Homosexuellen-Paragrafen 209 aufgehoben wird. Dem kann sich VP-Kärnten Landesobmann Georg Wurmitzer nicht anschließen. Er plädiert für eine Angleichung des Schutzalters von Mädchen und Burschen auf 16 Jahren.

Eine Abschaffung des Paragrafen oder die Herabsetzung des Schutzalters bei Burschen auf 14 Jahre hält Wurmitzer für nicht sinnvoll. "Aber ich wäre dafür, als Kompromiss für beide Geschlechter ein Schutzalter von 16 Jahren einzuführen", sagte er am Montag in Klagenfurt.

Lunacek mahnt dagegen zur raschen Aufhebung des Paragrafen 209: "Das unendlich lange Nachdenken der ÖVP über den Mindestalterparagrafen 209 hat schon zahlreiche Männer Gefängnisstrafen gekostet." Die Volkspartei solle ihr "jahrelanges Nachdenken" daher beenden, und der ersatzlosen Streichung des Homosexuellen-Paragrafen zustimmen, so Lunacek in einer Aussendung.

Derzeit sieht der Paragraf 209 des Strafgesetzbuches vor, dass sexuelle Beziehungen von erwachsenen Männern mit Burschen unter 18 Jahren strafbar sind. Der Strafrahmen beträgt bis zu fünf Jahren Haft. Für den steirischen VP-Klubobmann Reinhold Lopatka ist das "sachlich nicht gerechtfertigt".

6.8.2001 15:12