Gedenken an den 6. August 1945

Heute, 08.15 Uhr, vor genau 56 Jahren explodierte die vom US-Bomber Enola Gay abgeworfene Atombombe "Little Boy" über der westjapanischen Stadt Hiroshima. Etwa 50.000 Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung legten im Friedenspark von Hiroshima, in der Nähe der Stelle, an der die Bombe eingeschlagen war, eine Schweigeminute ein. Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi versprach, sich für weltweite nukleare Abrüstung einzusetzen.
Etwa 50.000 Menschen haben heute in der westjapanischen Stadt Hiroshima der Opfer des weltweit ersten Atombombenabwurfs gedacht und eine völlige Abschaffung von Atomwaffen gefordert.
Koizumi wegen Yasukuni-Besuch unter Druck
Unterdessen geriet der japanische Regierungschef wegen seines am Jahrestag der Kapitulation Japans am 15. August geplanten Besuches im umstrittenen Yasukuni-Schrein immer mehr unter Druck. In dem Shinto-Heiligtum in Tokio beten Japaner in jedem Jahr die Seelen von Millionen gefallener Landsleute an, darunter auch die von hingerichteten Kriegsverbrechern des Zweiten Weltkrieges.
China, das damals wie andere asiatischen Staaten Opfer der Aggressionen der japanischen Kaiserarmee geworden war, hatte Koizumi am Sonntag nochmals gewarnt, nicht zum Yasukuni zu pilgern. Er braucht noch mehr Bedenkzeit, sagte Koizumi am Montag in Hiroshima. Beobachter befürchten ernste Folgen für die in letzter Zeit ohnehin zunehmend belasteten Beziehungen zu China, sollte Koizumi am 15. August tatsächlich wie früher schon einmal der japanische Regierungschef Yasuhiro Nakasone offiziell zum Yasukuni pilgern.
221.893 Hiroshima-Tote, Zahl immer noch steigend
Während der Zeremonie im Friedenspark von Hiroshima forderte Bürgermeister Tadatoshi Akiba eine Abschaffung aller Atomwaffen und die Einrichtung von atomfreien Zonen in Asien. Japan wird sich auch künftig in vorderster Linie der internationalen Gemeinschaft für eine vollkommene nukleare Abrüstung einsetzen, sagte Koizumi. Das Ehrenmal für die Toten des Atombombenabwurfs wurde um weitere 4.757 Namen von Opfern ergänzt, die seit dem 6. August vergangenen Jahres in Folge von Verstrahlungen gestorben waren. Die Gesamtzahl erhöhte sich damit auf 221.893 Tote. Drei Tage nach dem Abwurf auf Hiroshima hatten die USA eine zweite Atombombe auf die Stadt Nagasaki abgeworfen. Mit der anschließenden Kapitulation der japanischen Regierung endete der Zweite Weltkrieg.
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