Mittwoch, 1. August 2001

Alles was Fendrich anpackt, wird zu Gold

Reinhard Fendrich ist wieder auf der Überholspur. Abgemagert und mit neuer CD im Gepäck. NEWS sprach mit ihm über Männer, Erfolg & Boris Becker.

NEWS: Was Sie angreifen, wird zu Gold - wie gelingt Ihnen das?
Fendrich Ich hab glücklicherweise einen Instinkt, mit dem ich zur Welt gekommen bin. Vielleicht ist es nur mein Geschmack. Ich gehe auch keine Kompromisse mehr ein. Ich weiß: Wenn ich auf alles eingegangen wäre, was die Frau Zechner von mir verlangte, dann hätte es nicht funktioniert. So führ ich seit fünf Wochen die Charts an.

NEWS: Wie wichtig ist Ihnen Ruhm?
Fendrich Mir geht es nicht mehr um Ruhm. Ich kann wie ein Kind unter Laborbedingungen arbeiten. Ohne Stress. Ich kann mit dem Faltermeyer zwei Wochen nach Spanien gehen, den Telefonstecker aus der Wand ziehen und arbeiten.

NEWS: Hatten Sie schon einen Flop?
Fendrich Alles, was nicht Nummer eins war. Aber einen Flop, wo ich existentiell zittern musste, hatte ich noch nie.

NEWS: Kennen Sie Neid?
Fendrich Höchstens bei verlogenen Komplimenten erkenne ich ihn. Meinen Neid hab ich abgestellt, seit ich merkte, dass ich um keinen Deut besser werde, wenn ich andere schlecht mache.

NEWS: Sie waren auch neidig?
Fendrich Ich war anfangs auf alles neidig, was Erfolg hatte. Man glaubt ja nur, dass man alles kann, und weiß nicht, dass man die Ruhe auf einer Bühne zum Beispiel nicht von einem Tag auf den anderen bekommt. Der Ambros war mir an Tour-Kilometern so haushoch voraus, dass man ihn gefeiert und mich ausgepfiffen hat, bis ich weinend abging.

NEWS: Heute sind Sie reich. Macht Reichtum glücklich?
Fendrich Reichtum muss man definieren. Manche finden ihr Glück in einem Zisterzienser-Kloster. Mein Glück definiert sich in einem Zustand bedürfnislosen Wohlbefindens. Luxus nützt nichts, wenn du nix genießen kannst. Ich sag immer: In einem Autobus wird weniger geweint als in einem Porsche.

NEWS: Woher stammen Ihre Ideen?
Fendrich Mir gehen Sachen wie "Ich bremse auch für Männer" auf den Geist, ich muss das artikulieren. Es ist extrem rassistisch. Denn so arg sind wir nicht.

NEWS: Sondern?
Fendrich Männer verprügeln Frauen. Aber nicht alle. Männer vergewaltigen Frauen - aber eben nicht alle. 90 Prozent von ihnen reißen sich für ihre Familien den Arsch auf. Mit Herzinfarkt und Haarausfall. Das ist die Mehrheit, die schweigt.

NEWS: Und warum schweigen sie?
Fendrich Die Männer sind verunsichert, obwohl sie das Rad in Schuss halten. Sie werden blöd angeschaut und angeredet. Ich find's diskriminierender, eine Frau, auch wenn man sie noch so lange kennt, um einen Kaffee zu schicken, als ihr einen außerehelichen Klaps auf den Hintern zu geben.

NEWS: Apropos Männer - Boris Becker ist auch auf Mallorca. Wie sehen Sie seine Causa?
Fendrich Bei allem Respekt, aber die G'schicht glaub ich ihm net. Also, ich bin ja auch net schiach, und 20 Jahre auf Tour, aber so etws ist mir noch nicht passiert. Wenn die Cindy Crawford über mich im Besenkammerl herfällt, schau ich einmal, wo die Kamera ist. Dafür muss er jetzt büssen.

Die ganze Erfolgs-Story über Reinhard Fendrich lesen Sie im neuen NEWS.

1.8.2001 14:06

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Kino

Der Diktator

Komödie, Satire - USA, 2012

Regie: Larry Charles

Mit: Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Megan Fox, John C. Reilly, Ben Kingsley

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