Nach Problemen mit IBM sucht YLine neue Partner

Die gescheiterte Partnerschaft mit IBM beschert dem Wiener Softwareunternehmen einen Umsatzentgang von 60 Millionen Euro (826 Mill. S). Eine drohende Insolvenz schloß YLine Vorstandschef Werner Böhm - zumindest für die nächsten drei Monat - aber aus.
Aus der gescheiterten Partnerschaft mit IBM resultiere zwar, eine "Beeinträchtigung des künftigen Wachstums", aber "kein katastrophales Ergebnis", sagte Böhm am Freitag. YLine sucht derzeit neue Partner für die Vertriebsschiene.
Probleme mit IBM
YLine, das im September 1999 mit IBM eine Zwei-Jahres-Partnerschaft über die Errichtung von Rechenzentrums-Infrastruktur geschlossen, hat, wirft IBM nun "Vertragsbruch, die missbräuchliche Verwendung ihrer marktdominierenden Stellung und die Anwendung unfairer Geschäftsmethoden" vor. YLine fordert außerdem 42 Mill. Euro an bereits von YLine aufgewendeten Kosten von IBM zurück. Eine Klage gegen IBM wird noch geprüft.
Das Vorgehen gegen IBM sei aber "keine Flucht nach vorne" und nicht als Erklärung für eine möglicherweise drohende Insolvenz anzusehen, bei der IBM als der Schuldige resultieren sollte. Es sei vielmehr eine "kaufmännische Überlegung", die nichts mit einer Insolvenz zu tun habe, betonte Böhm.
Man habe festgestellt, dass IBM der Vertragsverpflichtung, die gemeinsam mit YLine entwickelten Produkte zu vertreiben und binnen drei Jahren daraus einen Umsatz von 60 Mill. Euro zu generieren, "überhaupt nicht nachgekommen" sei, kritisierte Böhm. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf den künftigen Geschäftsverlauf könnten allerdings erst in den kommenden Wochen quantifiziert werden.
Kein Kapitalbedarf bei YLine
Im 1. Quartal habe YLine aber ein positives Betriebsergebnis vor Abschreibungen geschrieben. Für das 2. Quartal seien die Ergebnisse noch nicht publiziert und im 3. Quartal werde man die Analystenerwartungen auf ein positives Ergebnis erfüllen, berichtete Böhm weiter.
Bezüglich der YLine-Beteiligungen, deren Wert mit 621 Mill. S beziffert wird, sei keine Wertberichtigung notwendig, so Böhm. YLine habe derzeit keinen Kapitalbedarf.
Böhm hat am Donnerstag 150.000 Aktien zu einem Kurs von 7 Euro zugekauft, wie es vor Wochen bereits vereinbart worden war. Sofern künftig Aktien verfügbar seien, werde er weiter zukaufen, so Böhm, der nun 12 Prozent an YLine hält.
Auch die schweizerische Investmentgesellschaft A&A Early Bird hat ihren Anteil an YLine erhöht. Sie hält nunmehr nach eigenen Angaben 7,84 Prozent an der börsenotierten Gesellschaft.

