Freitag, 3. August 2001

SPEZIAL: EURO-UMSTELLUNG

Zum Testen: EURO-RECHNER
Wie viel wissen Sie? EURO-QUIZ

Ignoranz bis zur letzten Minute: 62% der Österreicher haben sich bislang wenig oder gar nicht mit dem Euro beschäftigt! Logische Folge: Sie können die neuen Preise nicht richtig einschätzen. Die Ergebnisse dieser Studie präsentierte heute die Österreichische Nationalbank.

Obwohl die meisten Österreicher damit rechnen, dass im Herbst die Einführung des Euro Einfluss auf die österreichische Wirtschaft haben könnte, kümmern sie sich bis dato nicht mehr als unbedingt notwendig um den Euro. Bescheidene 13 Prozent haben sich bis Juni dieses Jahres "sehr viel" mit dem Thema Währungsumstellung beschäftigt, weitere 25 Prozent "eher viel". Die überwiegende Mehrheit von 62 Prozent hat der Euro bisher wenig oder gar nicht beschäftigt.

Dabei zeigt die Studie: Je weniger sich jemand mit der neuen Gemeinschaftswährung beschäftigt hat, desto weniger "Gefühl" ist für den Wert der neuen Münzen und Scheine vorhanden.

Euro-Preise werden eher unterschätzt
Generell gibt es bei den Euro-Preisen eine gewisse Unterschätzung - jedoch mit starken Unterschieden zwischen etwa häufig gekauften oder langlebigen Produkten. Unterschätzt wurden die Preise vor allem bei alltäglichen Produkten wie Milch, Zigaretten oder Benzin. Schuhe oder beispielsweise die Jahresvignette schienen den Befragten eher teurer.

Auseinandersetzung mit dem Euro wichtig
Die Unsicherheit könnte laut Umfrage zu Jahresbeginn 2002 zu einem Nachfragerückgang führen. 37 Prozent der Befragten gaben nämlich an, am Beginn weniger ausgeben zu wollen. OeNB-Direktor Wolfgang Duchatczek glaubt allerdings nicht, dass es zu einem größeren Nachfrageeinbruch kommen wird, weil die Euro-Information in den nächsten Monaten stark zunehmen werde.

Grundsätzlich habe sich gezeigt, dass mit der Beschäftigung mit dem Euro auch das Gefühl für den richtigen Wert zunehme. Daher sei die intensive Auseinandersetzung mit dem Euro im Sinne der Volkswirtschaft aber auch der einzelnen Konsumenten "sehnlichst zu wünschen".

Jeder Zweite rechnet mit Teuerungen
Trotz der Beteuerungen, dass es keine Euro-bedingten Preiserhöhungen geben werde, rechnen 56 Prozent der Bevölkerung damit. Auch jene, die sich bereits intensiv mit der neuen Währung beschäftigt haben, bleiben skeptisch und erwarten ein Steigen der Preise.

Mehrheit hält Euro für "eine gute Sache"
Insgesamt hält jedoch eine überwiegende Mehrheit von 65 Prozent den Euro "für eine gute Sache". Fast eben so viele glauben, dass die neue Währung einen "Europäisierungsschub" bringen wird.

3.8.2001 15:15