Freitag, 3. August 2001

Krisengeschütteltes Argentinien

Argentiniens Regierung bittet Europa um Geld. Die Finanzkrise des Landes hat die Regierung in Buenos Aires dazu bewogen, Deutschland und möglicherweise auch andere EU-Länder um Unterstützung beim Internationalen Währungsfonds zu bitten. Denn der IWF zahlt den Südamerikanern zu langsam und zu wenig.

Das Finanzministerium in Berlin hat über die Anfrage noch nicht entschieden. Auch US-Präsident Bush ist von Argentiniens Staatschef Fernando de la Rua um Hilfe im Umgang mit dem IWF gebeten worden. Washington hat "Zustimmung signalisiert". Schon dieses erste Zeichen hat dem Finanzmarkt des südamerikanischen Landes Kursgewinne beschert. Nach Angaben aus Argentinien will Bush für eine Auszahlung schon im August statt erst im September eintreten. Washington relativiert: Bush habe de la Rua nur zu seinen bisherigen Erfolgen gratuliert.

Die Weltbank plant Ende August die Auszahlung eines Darlehens von 400 Millionen US-Dollar. Bis Jahresende erwartet Buenos Aires noch 2,5 Milliarden Dollar an Hilfskrediten. Insgesamt 40 Milliarden Dollar wollen Weltbank und IWF dem mit 128 Milliarden Dollar verschuldeten Land vorschießen. Eine verfrühte Auszahlung hat der IWF ausgeschlossen.

Mit einem vom Senat gebilligten "Null-Defizit-Programm" will Argentiniens Regierung bis Jahresende das Haushaltsdefizit eliminieren. Dafür sollen im öffentlichen Dienst Gehälter und Pensionen um 13 % gekürzt werden.

3.8.2001 10:37