Donnerstag, 2. August 2001

Deutsche Bank sieht Profitabilität gefährdet

Befürchtungen über einen schwächeren Geschäftsverlauf haben die Aktie der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) am Donnerstag an der Wiener Börse abstürzen lassen: Die AUA-Aktie lag am Vormittag gegenüber dem Vortagesschluss bei 12,15 Euro zeitweise 9,5 Prozent im Minus.

Das Tagestief lag gegen 11.00 Uhr bei 11 Euro, bis es zu einer leichten Erholung kam. Ursache für den Einbruch dürfte eine neue Analyse der Deutschen Bank sein.

Darin wird die Einschätzung der AUA-Aktie von "Market Perform" auf "Underperform" (Untergewichten) zurückgenommen. Das Kursziel der AUA-Aktie wird mit einem fairen Preis bei rund 8 Euro angegeben. Das würde einen Verlust von weiteren 27 Prozent gegenüber dem bisherigen heutigen Tiefstand bei 11 Euro bedeuten. Zudem werde die Herausnahme der AUA aus dem MSCI-Austria-Index das Papier belasten.

Die weitgehende Übernahme der angeschlagenen Tochter Lauda Air habe die Finanzsituation der AUA in einen "Besorgnis erregenden Zustand" gebracht. Bei einem solchen "Alarm-Szenario" wäre ein schnelles und entschlossenes Handeln des Managements geboten, das aber aus Sicht der Deutschen Bank derzeit nicht zu erkennen sei.

Die AUA wird am 22. August ihre Halbjahresergebnisse veröffentlichen. Spekulationen über die wirtschaftliche Situation der Austrian Airlines Group hat der AUA-Vorstand kürzlich "als absurd und geschäftsschädigend" bezeichnet.

Heimische Analysten vorsichtig
Auch die Analysten österreichischer Großbanken kommentieren die aktuellen Aussichten für die AUA-Aktie zurückhaltend. Entscheidend für die weitere Geschäftsgebarung der AUA werde die planmäßige Umsetzung der Integration der AUA-Töchter Lauda Air und Tyrolean Airways sein, so der Grundtenor. Große Bedeutung komme auch einer baldigen Lösung der Vorstandsfrage zu. Der AUA-Aufsichtsrat hat Ende Juni die Ausschreibung eines neuen AUA-Vorstands beschlossen.

2.8.2001 15:46