Donnerstag, 2. August 2001

SPÖ fürchtet um Wiener Wasser

Die Privatisierung der Bundesforste geht weiter: Der Schweizer Multi-Millionär und Privatbankier Eric Syz wird für rund 200 Mill. S ein Forst- und Jagdgebiet der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) in den Wildalpen im Hochschwabgebirge erwerben. Ablehnung kommt vom SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl.

Der Kaufpreis soll rund 200 Mill. S (14,5 Mill. Euro) betragen, so berichten Insider. Der Deal wurde am Mittwoch dem ÖBf-Aufsichtsrat unterbereitet. An den Wasserrechten, die die Stadt Wien im betroffenen Gebiet besitzt, soll sich durch den Kauf aber nichts ändern.

Nach der Veräußerung von 4.200 ha Wald in der steirischen Pölsen an den Industriellen Helmut Zoidl ist dies in kurzer Zeit bereits der zweite große Waldverkauf der Bundesforste. Weitere heimische Großindustrielle sollen bereits auf der Warteliste stehe.

Ablehnend reagierte SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl auf den bevorstehenden Verkauf: Das vor dem Verkauf stehende Waldgebiet in den Wildalpen stehe im Einzugsgebiet der Wasserversorgung Wiens. Wenn nun ÖBf-Vorstand Uher behauptet, die Wasserrechte dieses Gebiets seien in der Hand der Stadt Wien, so ist das falsch, denn die Wasserrechte sind immer mit dem Grundbesitz verbunden.

"Wenn die ÖBf, die Strategie des Verkaufs von Kerngebieten und Wasserressourcen weiterverfolgt, werden wir überlegen, ob wir nicht doch ein Volksbegehren einleiten sollen."

Gradwohl unterstützt in jedem Fall die Initiative von SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim, diesen fragwürdigen Verkauf vom Rechnungshof überprüfen zu lassen

2.8.2001 12:24