Klage wird geprüft

Das börsenotierte Wiener Softwarefirma YLine wirft IBM Vertragsbruch vor: Yline prüft nun die Möglichkeit einer Klage und daher stellt sofort die Zahlungen an IBM ein.
Das börsenotierte Wiener Softwareunternehmen YLine hat im September 1999 mit IBM einen Zwei-Jahresvertrag über die Errichtung von Rechenzentrumsinfrastruktur vereinbart. Nun wirft Yline IBM "Vertragsbruch, die missbräuchliche Verwendung ihrer marktdominierenden Stellung und die Anwendung unfairer Geschäftsmethoden" vor, teilte YLine am Mittwoch in einer Aussendung mit.
YLine stelle daher ab sofort die Zahlungen an IBM ein und habe IBM bereits aufgefordert, 42 Mill. Euro (578 Mill. S) an bereits von YLine aufgewendeten Kosten an YLine zu refundieren.
Vertrag wird nicht verlängert
YLine werde den mit September 2001 endenden Partnervertrag mit IBM nicht verlängern und beabsichtige, mit anderen strategischen Partnern ihr Geschäft weiterzubetreiben, hieß es weiter. YLine überprüfe die Einbringung von diversen Klagen und eine Eingabe bei den zuständigen Kartellbehörden in Österreich und Brüssel.
IBM habe bis heute wesentliche Bestimmungen des Partnerschaftsvertrags - etwa die Errichtung eines exklusiven Vertriebs für YLine-Produkte und -Dienstleistungen - nicht erfüllt, obwohl YLine IBM mehrmals dazu aufgefordert habe, hieß es in der Aussendung.
Aktien stürzten um ein Drittel ab
Die YLine-Aktie war von Montag Früh bis heute Früh vom Handel ausgesetzt worden, in "Erwartung der Bekanntgabe einer Kooperation", wie es von Seiten der YLine ursprünglich hieß. Nach Wiederaufnahme des Handels stürzte die Aktie am Mittwoch im Handel an der Nasdaq Europe (vormals Easdaq) zwischenzeitlich um ein Drittel ab. Um 12:55 Uhr notierte das Papier mit 4,00 Euro um 21,57 Prozent unter dem Schlusskurs von Freitag.
Berner: "Haben 40 Mill. S Cash"
YLine jeglichen von Marktbeobachtern geäußerten Kapitalbedarf: "Die YLine ist ausfinanziert und hat keinen Kapitalbedarf", sagte YLine-Sprecher Willi Berner. Der Cash-Bestand betrage derzeit 40 Mill. S (2,91 Mill. Euro) , weiters habe die YLine Aktienveranlagungen von einem Marktwert von 100 Mill. S.

