Tendenz steigend

In Österreich fehlen heuer rund 60.000 IT-Fachkräfte. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens IDC. Die Tendenz ist demnach weiter steigend.
Von rund 300 befragten heimischen Großunternehmen und Klein- und Mittelbetrieben erwartet rund die Hälfte (47,3 Prozent) mittelfristig eine Bedarfserhöhung. Für 2003 erwartet IDC einen geschätzten Mangel von 85.000 Fachkräften. Wenig überraschend ist angesichts dessen ein gewisser Pessimismus unter den Unternehmen: Rund drei Viertel sind der Meinung, dass das Problem nicht vor 2006 gelöst werden wird.
Die meisten Fachkräfte benötigt die Industrie in der Datenbankentwicklung und in der Help-Desk-Beratung: Im günstigsten Fall könnten im Moment durchschnittlich 15 Datenbankentwickler und zehn Help-Desk-Mitarbeiter pro Unternehmen eingestellt werden. Am raschesten benötigt werden aber Hardware-Entwickler, Automatisierungstechniker und Multimediaprogrammierer.
Arbeitskräfte-Mangel behindert Wachstum
Nach der IDC-Umfrage geben 8,7 Prozent der Unternehmen an, dass der Mangel an IT-Fachkräften ihr Wachstum negativ beeinflusst. 6 Prozent haben bereits Aufträge abweisen müssen. Sehr deutlich fällt daher die Zustimmung der Unternehmen für den Zuzug ausländischer Fachkräfte aus: Fast 70 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen für IT-Fachkräfte.
Kritik: Wenig Eigeninitiative
Wenig Bereitschaft ortet IDC hingegen im Eigenengagement der Unternehmen in der Ausbildung. Nur 10 Prozent der Befragten gaben an, selbst in der Lehrlingsausbildung für IT-Fachkräfte tätig zu sein. Vielmehr setzten die Betriebe verstärkt auf Outsourcing.

