Mittwoch, 1. August 2001

FBI bestätigte Aktivität des "Internet-Wurms"

Das ganze Internet sei in Gefahr, so die Warnungen. Doch der weltweit mit Sorge verfolgte Angriff des Computerwurms "Red Code" hat nach ersten Angaben der amerikanischen Bundespolizei FBI kaum Schaden angerichtet. Das FBI warnte am Mittwoch in den USA jedoch, dass es zu früh sei, eine endgültige Bilanz zu ziehen.

Der Wurm sei wie erwartet am Mittwoch um 2.00 Uhr MESZ aktiv geworden und habe Computer überall auf der Welt infiziert, sagte NIPC-Sprecherin Deborah Weierman.

Unmittelbar wurde durch die Attacke aber keine Beeinträchtigung im Netz festgestellt. "Der Wurm ist diesmal wohl fast überall ins Leere gelaufen", sagte der Karlsruher Computerviren-Experte Christoph Fischer. In vielen Firmen seien die Sicherheitslücken in der betroffenen Microsoft-Software geschlossen worden.

Rund eine Million Anwender hatten bei dem Softwarekonzern Microsoft die Verbesserungen (Patches) für den anfälligen Internet Information Server heruntergeladen. Das NIPC mahnte am Mittwoch, es sei noch nicht zu spät, die Verbesserungen für das Betriebssystem Windows NT oder Windows 2000 aus dem Netz zu laden.

Welchen Schaden "Code Red" tatsächlich angerichtet hat, wird sich nach Aussage von Experten jedoch erst in den kommenden Wochen herausstellen. "Der "Code Red" beginnt immer am 1. eines Monats mit der Verbreitung und hört am 19. auf", erläuterte Fischer. "Vom 20. bis einschließlich 27. versucht er dann, whitehouse.gov zu beschießen, so dass dieser Server nicht mehr erreichbar ist."

Der Autor des Wurms habe jedoch einen "Denkfehler" begangen, sagte Fischer. "Man hat quasi die Hausnummer des Weißen Hauses im Internet ändern können und damit ist der Schadensmechanismus des Wurms nicht so effektiv, wie der Autor sich das gedacht hatte."

1.8.2001 17:02