Dienstag, 31. Juli 2001

Telekom Austria wird sich beweisen müssen

Wird die Telekom Austria, wie Schwarzmaler unken, bald von Italien geschluckt? Nach dem Einstieg von Pirelli bei der Telecom Italia und deren Mobilfunktochter Telecom Italia Mobile spekuliert man nun, welche Auswirkungen die neue Besitzstruktur auf die Telekom Austria haben wird. Die Telekom Austria ist die zweitgrößte Auslandstochter der Telekom Italia.

Die Telecom Italia hält 29,8 Prozent der seit dem Vorjahr an der Börse notierten Telekom Austria. Marco Tronchetti-Provera, Pirelli-Chef und neuer Telecom Italia-Aufsichtsratspräsident, scheint noch keine Entscheidung bezüglich der Anteile an der Telekom Austria getroffen zu haben. "Ich bleibe gelassen", meinte TA-Generaldirektor Heinz Sundt noch am Montag, als er auf den Wechsel an der Telekom Italia Spitze angesprochen wurde. Es könnte aber durchaus sein, dass Italien langfristige Pläne, seine Österreich-Tochter zu übernehmen, aus dem Schreibtisch holt.

Neuer Chef: 2 italienische Aufsichtsräte in Wien wackeln
Fest steht, dass sich die Telekom Austria einer genauen Prüfung ihres neuen Aktienhalters unterziehen wird müssen. Beobachter erwarten im Zuge dessen als ersten konkreten Schritt auch einen Austausch der zwei Telecom Italia Aufrichtsräte in Wien. Die beiden sind enge Vertraute von Roberto Colaninno, dem zurückgetretenen Telecom Italia Chef.

Ex-Telecom Italia-Chef wechselt zu Mediobanca
Roberto Colaninno fand sich kurz nach der Übernahme seines Unternehmens einen neuen Job. Der Top-Manger aus Mantua beginnt jetzt bei Mediobanca, einer Mailänder Investmentbank. Roberto Colaninno wurde am Montag in den Verwaltungsrat von Mediobanca einberufen. Gleichzeitig mit ihm wurden drei neue Verwaltungsratsmitglieder einberufen.

Deutsche Telekom-Aktie rutscht nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen ins Minus
Mit ganz anderen Problemen kämpft indes die Deutsche Telekom. Zwar erhöhte sie im ersten Halbjahr 2001 den Konzernumsatz um gut 17 Prozent auf 22,6 Mrd. Euro (311 Mrd. S), sie erwirtschaftete dennoch einen Konzernverlust von 400 Mill. Euro.

Die Aktien der Deutschen Telekom sind nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen ins Minus gerutscht. Am Dienstag Vormittag verlor die Aktie zeitweise 2,25 Prozent auf 25,17 Euro.

31.7.2001 15:26