Im Jahr 2000 fast 100.000 Beschwerden beim VKI

Auf fast 100.000 Beschwerde- und Beratungsfällen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) und Markterhebungen basiert der aktuelle "Bericht zur Lage der VerbraucherInnen 2000". Besonders erschreckend darin: 2000 gab es mehr Privat- als Firmenkonkurse.
Rund ein Drittel der Beschwerden betraf den Dienstleistungssektor, am zweithäufigsten ging es um Fragen im Zusammenhang mit dem Wohnen, ein knappes Achtel entfiel auf den Bereich Freizeit/Hobbies. Der Berichtszeitraum umfasst die Zeit vom 1. Oktober 1999 bis 30. September 2000.
In dem Bericht wird einleitend die Wirtschaftslage kurz dargestellt: Die Wirtschaftsdaten seien ausgezeichnet, im Jahr 2000 habe es mit 3,5 % Steigerung des realen Brutto-Inlandsprodukts das stärkste Wirtschaftswachstum seit zehn Jahren gegeben. 40 bis 50 % der neuen Jobs seien allerdings schlecht bezahlte Teilzeit-Jobs mit geringen Aufstiegschancen.
300 Prozent Ausgabensteigerung bei Mobiltelefonen
1999 wurden im Durchschnittshaushalt 268.000 Schilling für den privaten Konsum ausgegeben. Besondere Steigerungen vermerkt der Bericht bei der Telekommunikation: Allein für GSM-Handys stiegen 1999 die Ausgaben um 300 %, bei Computern um 50 %. Gespart wurde hingegen bei der Ernährung, wobei sich die Ausgaben verschoben haben: Der "Außer-Haus-Verzehr" ist um 3 % gewachsen, wobei vor allem Fast-Food- Lokale profitiert haben. Das Glücksspiel floriert nach wie vor: dem Bericht zufolge sind dafür pro Haushalt 6.000 Schilling ausgegeben worden.
Obwohl die Konsumenten in manchen Konsumbereichen mit ihren Ausgaben zurückhaltender wurden, verschulden sie sich immer mehr. Der Bericht spricht in diesem Zusammenhang von einem "dramatischen Anstieg der Privatkonkurse". Für das Jahr 2000 nennt der Bericht 3.000 entsprechende Anträge, gegenüber 2.000 im Jahr 1998. Damit liege die Zahl der Privatkonkurse erstmals über jener der Firmenkonkurse.

