Wird FAO-Gipfel im November verlegt?

Im November soll in Rom der internationale Gipfel der Weltnährungsorganisation FAO stattfinden. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi befürchtet, dass es dabei zu Ausschreitungen wie beim G-8-Treffen in Genua kommen könnte.
Der Ministerpräsident, der wegen der Gewalttätigkeiten in der ligurischen Hauptstadt immer noch stark unter Druck steht, will daher die in Rom ansässige FAO auffordern, den Gipfel nicht in Italien, sondern in einem Dritte-Welt-Land zu organisieren.
Am internationalen FAO-Treffen über die Hungersnot in der Welt sind 180 Regierungs- und Staatschefs unter der Führung des UNO-Generalsekretärs Kofi Annan eingeladen. Seit Monaten arbeitet man an der Vorbereitung des hochrangigen Treffens, bei dem über die Bekämpfung von Armut, Dürre und Unterernährung diskutiert werden soll. Berlusconi befürchtet, dass Rom von Tausenden Globalisierungsgegnern belagert werden könnte, wie es bereits in Genua vor drei Wochen der Fall war. "Es ist zu gefährlich, der Gipfel soll wo anders organisiert werden", betonte Berlusconi während eines Treffens mit Parteikollegen in Rom.
Laut Berlusconi habe Italien mit dem G-8-Gipfel in Genua bereits einen hohen Preis gezahlt. Man müsse vermeiden, dass das Land erneut zum Ziel internationaler Anti-Globalisierungsruppen werde. Daher seien laut der italienischen Presse Verhandlungen mit hohen FAO-Chefs im Gange, um das Treffen in einem anderen Land zu organisieren.
Berlusconis Vorschlag löste in FAO-Kreisen wenig Enthusiasmus aus. "Wir sind uns der mit dem Gipfel verbundenen Gefahren bewusst. Die Vorbereitungen sind aber schon im Gange, wir können nichts mehr ändern", betonte ein FAO-Sprecher und bestritt, dass die italienische Regierung bereits für eine Verlegung des Gipfels in eine andere Stadt plädiert habe.
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