Freitag, 3. August 2001

Auslieferung durch Japan unwahrscheinlich

Der frühere peruanische Präsident Alberto Fujimori ist von der Justiz seines Landes wegen illegaler Niederlegung des Amtes international zur Fahndung ausgeschrieben worden. Im vergangenen November war der in eine Korruptionsaffäre verstrickte Fujimori während einer Auslandsreise nicht nach Peru zurückgekehrt.

Der zuständige Richter Jose Luis Lecaros warf Fujimori am Donnerstag (Ortszeit) vor, Vorladungen der Justiz ignoriert zu haben.

Stattdessen hatte er sich nach Japan in das Land seiner Vorfahren abgesetzt. Von dort aus erklärte Fujimori per Fax seinen Rücktritt. Das Parlament erkannte diese Erklärung nicht an und enthob den Präsidenten nach zehn Amtsjahren wegen "moralischer Untauglichkeit" seines Amtes.

Japan lehnt Auslieferung ab
Kurz nach der Flucht stellte sich jedoch heraus, dass Fujimori entgegen früherer Erklärungen Zeit seines Lebens die japanische Staatsbürgerschaft besessen hatte. Japan hat bisher die Auslieferung seines Bürgers Fujimori an das Ausland strikt abgelehnt. Damit hat der jetzige Präsident und entschiedene Gegner des früheren Staatschefs, Alejandro Toledo, nur geringe Chancen, dass seiner Forderung entsprochen wird.

Auf Fujimori warten 2 Jahre Haft und 77 Mill. S Strafe
Fujimori müsste bei einer Verurteilung wegen illegaler Amtsniederlegung mit einer Höchststrafe von zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20 Millionen Soles (5,62 Mill. Euro/77,4 Mill. S) rechnen.

3.8.2001 10:21