Samstag, 4. August 2001

Putin und Kim Jong Il unterzeichnen Erklärung

Russland hat Nordkorea Unterstützung beim Wiederaufbau der Industrie und der Verkehrswege in Aussicht gestellt. Eine entsprechende Zusage ist in der gemeinsamen "Moskauer Deklaration" enthalten, die der russische Präsident Wladimir Putin und der nordkoreanische Führer Kim Jong Il zum Abschluss ihrer Gespräche in Moskau unterzeichnet haben.

In der Erklärung unterstreicht Nordkorea den friedlichen Charakter seines Raketenprogramms. Es bedrohe keine Nation, die die Unabhängigkeit Nordkoreas respektiere.

"Die Moskauer Deklaration, die wir heute signieren, ist das Ergebnis der von uns geleisteten einjährigen Arbeit", sagte Putin, der im Juli 2000 Nordkorea besucht hatte. Nach den Worten Kim Jong Ils zeugt die Deklaration davon, dass die beiderseitigen Beziehungen auf die Zukunft ausgerichtet seien.

Raketentest-Moratorium einhalten
Russland und Nordkorea haben sich demonstrativ zum ABM-Vertrag von 1972 bekannt. Das Abkommen sei der "Eckstein der strategischen Stabilität und die Grundlage für den weiteren Abbau strategischer offensiver Waffen", erklärten Präsident Putin und Kim Jong Il am Samstag in Moskau.

Die gemeinsame Erklärung richtet sich gegen das geplante US-Raketenabwehrsystem. Nordkorea will ein freiwilliges Raketentest-Moratorium bis 2003 einhalten. Das bekräftigte Kim Jong Il nach Angaben eines Kreml-Sprechers.

In der gemeinsamen Erklärung hieß es weiter, das nordkoreanische Raketenprogramm sei "friedlich". Es stelle keine Bedrohung für solche Länder dar, die die Souveränität Pjöngjangs respektierten. Die US-Regierung führt eine Bedrohung durch Staaten wie Nordkorea als Grund dafür an, dass ein Raketenschild errichtet werden müsse.

4.8.2001 16:02