Mittwoch, 1. August 2001

Gehrer und ÖH uneins über Gründe der Entwicklung

In seltener Einigkeit gehen sowohl Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) als auch die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) davon aus, dass es nach Einführung der Studiengebühren im Herbst um rund 70.000 Studierende weniger geben wird als bisher. Bei den vermuteten Ursachen endet die Einigkeit allerdings bereits wieder.

Gehrer spricht in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von einer "Bereinigung", diese ist für ÖH-Chefin Anita Weinberger schlicht "ein Mythos".

Derzeit sind an den heimischen Universitäten rund 244.000 ordentliche und außerordentliche Hörer inskribiert. Laut einer von der ÖH in Auftrag gegebenen Studie werden es im kommenden Herbst rund 70.000 oder knapp 30 Prozent weniger sein.

Gehrer hatte wiederholt betont, dass die Zahlen, die man bisher von den Universitäten erhalten habe, falsch seien. In der Anfragebeantwortung verwies sie auf die Studie "Weniger (Schein)Inskriptionen - gleichbleibende Studienaktivität". "70.000 Scheininskribierte sind ein Mythos" konterte die ÖH in einer Aussendung. Die Rechnung, keine Prüfung im Semester ist gleich Scheinstudent, sei falsch.

So gebe es etwa Berufstätige, Doktoratsstudenten, Studierende mit Auslandssemester und viele andere, die sich nicht ausschließlich ihrem Studium widmen könnten", so Weinberger. Nach Ansicht der ÖH wird ein Großteil der 70.000 ihr Studium aus finanziellen Gründen beenden.

1.8.2001 15:30