Grüner Gesundheitssprecher gegen Strafen

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Der Grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald (Bild) hat am Montag eine neue Euthanasie-Debatte ausgelöst. Er könne sich eine passive Sterbehilfe in bestimmten Fällen vorstellen, sagte der Mediziner im Radio-"Morgenjournal". Die Reaktionen darauf waren durchwegs ablehnend - in allen politischen Parteien, der Ärztekammer und der Kirche.
Wenn das menschliche Leid unvorstellbar groß werde, müsse es "erlaubt sein zu diskutieren, dass Beihilfe zur Selbsttötung auf autonomen und freien Wunsch des Patienten nicht über das Strafrecht und nicht mit Zuchthaus geahndet wird", argumentierte Grünewald. Möglich wäre es für ihn, tödliche Medikamente dem Patienten zur Verfügung zu stellen, der sie dann selbst einnehmen müsse. Den Griff zur tödlichen Spritze durch den Arzt lehnt Grünewald aber ab.
Die stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic, hält auch eine solche passive Sterbehilfe hingegen für "sehr, sehr gefährlich", "weil ich weiß, wie groß der Druck auf Menschen sein kann", sich und dem pflegenden Umfeld "das nicht mehr anzutun".
Durchwegs ablehnende Haltung zur Sterbehilfe
ÖVP-Gesundheitssprecherin Edeltraud Gatterer meinte, es könne nicht so sein, einem Schwerkranken eine tödliche Pille auf das Nachtkästchen zu legen und dies als menschenwürdige und humane Lösung zu bezeichnen. SP-Gesundheitssprecher Manfred Lackner trat für einen Ausbau der Sterbebegleitung ein und die Wiener SP-Gesundheitsstadrätin Elisabeth Pittermann warnte davor, "einen Dammbruch herbeizureden". Die stellvertretende FPÖ-Klubochefin Helene Partik-Pable forderte eine "sachliche Diskussion" über dieses Thema. Die Wiener FP-Gesundheitssprecherin Karin Landauer<7b> sprach sich für ein "Patiententestament" aus, mit dem Menschen jeden Alters für den Fall Vorsorge treffen sollten, dass sie im Angesicht des Todes nicht mehr in der Lage sind, wichtige Entscheidungen für sich selbst zu treffen.
Für den Vizepräsidenten der Ärztekammer, Reiner Brettenthaler, wäre eine Entkriminalisierung der Bereitsstellung tödlicher Medikamente durch Ärzte zur selbständigen Verwendung durch schwerkranke oder sterbende Patienten mit Todeswunsch "keine ärztliche Hilfe, sondern lediglich Beihilfe zum Selbstmord". Auch für den Wiener Caritas-Direktor Michael Landau ist die von Grünewald vom Zaun gebrochene Debatte über die Straffreiheit bei Beihilfe zur Selbsttötung "der falsche Weg".
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