Mittwoch, 1. August 2001

Hamas und Fatah: Erneut Aufruf zum "Heiligen Krieg"

Fast 100.000 Menschen nahmen an der Trauerfeier für die acht von der israelischen Armee getöteten Palästinenser teil. Der heutige Demonstrationzug in Nablus war der größte seit Beginn der Intifada. Am Dienstag sind bei einem israelischen Angriff auf die Hamas-Zentrale in Nablus sechs Hamas-Mitglieder und zwei Kinder getötet worden.

Israel verteidigt den blutigen Angriff gegen die Palästinenser-Organisation als Schlag gegen "Terroristen", die Anschläge vorbereitet hatten. Den Tod von zwei Buben im Alter von acht und neun Jahren bestreitet das israelische Militär. Das Ziel der Hamas ist die Zerstörung Israels und die Gründung eines islamischen Staates in ganz Palästina.

Vergeltung: Fatah kündigt Anschläge an
Nach dem Israelischen Granatenangriff auf die Hamas-Zentrale in Nablus kündigte eine Untergruppe der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat Anschläge auf "Zionisten und ihre amerikanischen Verbündeten" an.

In Israel und weltweit würden Angriffe stattfinden, heißt es in einer Erklärung der "Brigaden der El-Aksa-Märtyrer". Zuvor hatte ein Fatah-Sprecher im israelischen Rundfunk gedroht, das israelische Volk wird "für dieses Verbrechen" einen hohen Preis zahlen. Der Waffenstillstand vom 13. Juni ist damit erledigt, sagte Hussein el Scheikh.

Am heutigen Mittwoch wollte der innere Zirkel des israelischen Kabinetts über das weitere Vorgehen beraten. Premierminister Ariel Sharon will mit Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer und Chefdiplomat Shimon Peres zusammentreffen, berichtete der israelische Rundfunk. Der israelische Angriff am Dienstag war international auf scharfe Kritik gestoßen. Neben den Vereinten Nationen und den USA verurteilte auch Großbritannien das Vorgehen. Bei dem Angriff waren sechs Aktivisten der radikalislamischen Hamas und zwei Kinder getötet worden.

1.8.2001 15:05