FORMAT: Das lukrative Libro-Geschäft

Mehr als eine Milliarde Schilling investierten Kleinaktionäre Ende 1999 in Aktien der Handelskette Libro. Keine zwanzig Monate später ist Libro pleite, das Geld weg. Profitiert hat hingegen, wie sich nun zeigt, jene Gruppe an Altaktionären, die Libro 1997 von Karl Wlaschek übernahm.
Sie besteht aus den Finanzgesellschaften UIAG und DBAG, den früheren Vorständen André Rettberg und Johann Knöbl, dem Papiergroßhändler Walter Babel sowie etlichen Privatinvestoren: darunter auch „Krone"-Journalist Georg Wailand, BWTFinanzchef Karl Millauer, der Unternehmer August de Roode und einige andere.
Bei der Hauptversammlung am 8. August werden die Anleger eine aktienrechtliche Sonderprüfung verlangen. Sie wollen wissen, wie bei Libro Werte von mindestens 3,5 Milliarden Schilling vernichtet wurden, auf welche Weise Altaktionäre kassierten, und ob der gescheiterte Libro-Boss Rettberg reich wurde wirklich vor dem Nichts steht.
Für die Investoren der ersten Stunde ging sich die Rechnung auf jeden Fall aus. Knapp 1,1 Milliarden Schilling zahlten sie an Wlaschek. Unterm Strich steigt die UIAG mit plus 85 Millionen aus.
Unglaublicher Fehler
Auch Rettberg hätte sich zeitlebens aller Sorgen entledigen können. Doch der Erfolg stieg Rettberg offensichtlich zu Kopf. Er beging einen unglaublichen Fehler. Als der Aktienkurs Richtung Tal drehte, begann der Libro-Boss, massiv Papiere von der Börse aufzukaufen: zu einem Durchschnittspreis von etwa 50 Euro. Mittlerweile steht die Libor-Aktie bei 2 Euro.
Die gesamte Story darüber, wie die Altaktionäre trotz der Libro-Pleite Millionen verdienten, finden Sie im aktuellen FORMAT.
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