Freitag, 27. Juli 2001

Europas größter Hersteller von Ringbuchmechaniken konkurs

Über Europas führenden Hersteller von Mechaniken für Ringbücher, Büroordner, Timeplaner und Alben wurde am Freitag offiziell das Konkursverfahren eröffnet. Das Unternehmen, das mit seinen Produkten einen weltweiten Marktanteil von 12 Prozent hat, soll im Zuge eines Zwangsausgleichs saniert werden.

Seit der Gründung im Jahre 1900 hat das Wiener Unternehmen Produkte für Präsentationssysteme, Sammelbände, Zeitplaner und andere Büroorganisationsmittel entwickelt. 1998 wurde das Unternehmen von der Beteiligungsgesellschaft G & H Kapitalpartner AG übernommen. Der Käufer sprach damals von einem "strategische Konzept", das langfristig die Zukunft des gesamten Unternehmens im globalen Wettbewerb
sichern sollte. Jetzt hat das Unternehmen hat mit Bank- (170 Mill. S) und Lieferverbindlichkeiten (20 Mill. S) zu kämpfen.

Sinkende Weltmarktpreise und Konkurrenz durch Billiganbieter
1997 hatte der EU-Ministerrat zum Schutz gegen unfaire Handelspraktiken aus Ostasien eine auf fünf Jahre befristete Einhebung von Antidumping-Zöllen auf die Einfuhr von Ringbuchmechaniken aus China und Malaysia beschlossen. Trotzdem wurden im Bereich Hebelmechanik für Büroordner
im Geschäftsjahr 2000 wegen sinkender Weltmarktpreise und der asiatischen Konkurrenz Verluste erwirtschaftet. Dieser Bereich soll daher geschlossen werden. Von der Insolvenz des Traditionsunternehmens sind rund 110 Gläubiger betroffen.

27.7.2001 18:10