Freitag, 27. Juli 2001

Prock spricht von einem politischen Skandal

Nachdem eine politische Entscheidungsfindung über die Zukunft der landeseigenen Hypo Tirol Bank vorerst nicht gelungen war, will die Bank nun ihre "Wege für die Zukunft" prüfen. SP-Parteichef, LHStv. Herbert Prock warnte hingegen davor, "mit aktienrechtlichen Taschenspielertricks Landesregierung und Landtag zu umgehen, um doch noch zu einer gemeinsamen Nord-Südtiroler-Bank zu kommen".

Seit einigen Monaten sei die Hypo Tirol "Gegenstand kontroversieller politischer Diskussionen sowie der versuchten Einflussnahme eines Mitbewerbers", teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. Dadurch würden Vorstand und Aufsichtsrat der Bank "in wesentlichen strategischen Entscheidungen behindert".

Daher prüfe die Hypo "zur erfolgreichen Umsetzung der Geschäftsstrategie Hypo Nova und zum Erhalt der Handlungsfähigkeit des Unternehmens" aus "aktienrechtlicher Verantwortung, wie ein sorgfältiger Kaufmann, die Anpassung der gesellschaftsrechtlichen Struktur an die Unternehmensstrategie". Dadurch soll die Bank auf eine "zukünftig optimale Partnerschaft mit einem oder mehreren Geschäftspartnern vorbereitet" werden.

Als "geradezu unglaublich" bezeichnete Prock "Gerüchte nach Gesprächen mit diversen Südtiroler Vertretern, dass eine Entscheidung über die Zusammenarbeit der Hypo-Bank mit der Südtiroler Sparkasse an Landtag und Landesregierung vorbeigeschwindelt" werden solle. "Sollte dieser Weg tatsächlich Realität werden, wäre das ein politischer Megaskandal", betonte der SP-Chef.

27.7.2001 11:49