Donnerstag, 26. Juli 2001

4.000 Arbeitsplätze in Europa betroffen

Der französische Telekomausrüster Alcatel hat im zweiten Quartal einen Einbruch seines Betriebsgewinns verzeichnet und baut bis Ende des Jahres weitere 14.000 Stellen ab. In Europa seien davon 4.000 Arbeitsplätze betroffen, teilte der Konzern am Donnerstag in Paris mit.

Im zweiten Quartal schrumpfte der Pro-Forma-Betriebsgewinn von Alcatel um mehr als drei Viertel auf 136 Mill. Euro (1,87 Mrd. S). Nach Steuern wies das Unternehmen durch Aufwendungen für die Umstrukturierung und Wertberichtigungen einen Verlust von 3,1 Mrd. Euro aus. Unter anderem durch die angestrebten Einsparungen werde für das gesamte Jahr ein operativer Gewinn erwartet, hieß es.

Insgesamt baut Alcatel den eigenen Planungen zufolge in diesem Jahr etwa 20.000 seiner im Vorjahr ausgewiesenen 110.000 Arbeitsplätze ab. Nach Angaben des Konzerns wurden die Maßnahmen von verschiedenen Unternehmen der Gruppe bereits angekündigt und teilweise schon umgesetzt.

Per Ende Juni seien bereits mehr als 60 Prozent des geplanten Stellenabbaus vollzogen worden. Der Abbau umfasst 14.000 feste Stellen, 4000 Vertragsarbeiter und 2.000 Beschäftigte, die durch Auslagerungen ihrer Unternehmensteile bei Alcatel wegfielen. Durch die Streichungen sollten die Kosten in diesem Jahr um eine weitere Milliarde Euro gesenkt werden. Die vollen Auswirkungen des Sparprogramms sollten im vierten Quartal 2001 spürbar sein.

Eine Sprecherin der deutschen Konzerntochter Alcatel SEL, die zuletzt rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigte, sagte, für Deutschland gebe es keine genauen Vorgaben für die Zahl der zu streichenden Arbeitsplätze. Bei Alcatel SEL in Deutschland gebe es jedenfalls keine betriebsbedingten Kündigungen.

26.7.2001 16:10