Donnerstag, 26. Juli 2001

Wirtschaftswachstum bis 2005 bei ca. 2,3 Prozent

Das Wifo nimmt in seiner jüngsten Konjunkturprognose die Erwartungen zurück und geht für die Periode 2000 bis 2005 von einem Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 2,3 Prozent aus. Das Wachstumstempo werde aber davon abhängen, wie rasch die aktuelle Wirtschaftsflaute überwunden werden könne

Die markanten Zinserhöhungen in den USA und der Euro-Zone 1999/2000 sowie der enorme Anstieg des Erdölpreises seit Ende 1999 und der ausgeprägte Rückgang der Aktienkurse seit dem Frühjahr 2000 haben zu einer Konjunkturabschwächung in den Industrieländern geführt.

Das Wifo geht davon aus, dass die Wirtschaft in den USA wahrscheinlich nicht in eine Rezession abgleiten werde. Vielmehr dürfte das Wachstum heuer mit 1,5 Prozent einen Tiefstand erreichen und sich in der Folge auf 3,5 Prozent beschleunigen. Bis 2005 dürfte es durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr betragen.

Der Wechselkurs des Dollars dürfte wegen der Konjunkturabschwächung in den USA und ihres enormen Leistungsbilanzdefizits wieder leicht sinken. Die Prognose nimmt an, dass der Euro-Kurs bis 2003 auf 1,0 Dollar steigt und dann auf diesem Niveau bleibt.

EU erholt sich langsamer als USA
Angesichts der gedämpften Binnennachfrage und eines schwachen Exportwachstums dürfte das BIP in der EU heuer um nur 1,7 Prozent steigen. Da weder die Geld- noch die Fiskalpolitik wirkungsvolle Maßnahmen zur Konjunkturbelebung ergreifen werden, wird sich die Wirtschaft in der EU langsamer erholen als in den USA, so das Wifo.

Die Prognose nimmt an, dass sich das Wachstumstempo von 2,1 Prozent (2002) auf 2,5 Prozent (2003) und 3,0 Prozent in den Jahren 2004 und 2005 erhöht.
Die im Vergleich mit den USA auffällige abwartende Haltung ("Attentismus") dürfte wesentlich dazu beitragen, dass sich die Stimmung von Unternehmern und Haushalten immer mehr verschlechtert. Investitions- und Konsumnachfrage entwickeln sich deshalb in der EU wesentlich ungünstiger als vor wenigen Monaten erwartet.

Die japanische Wirtschaft wird sich laut Wifo-Prognose nur langsam erholen und bis 2005 um lediglich 1,3 Prozent pro Jahr wachsen. Neben den Strukturproblemen im Finanzsektor verhindern deflationistische Tendenzen in der Geldpolitik, die Nachfrage von Unternehmen und Haushalten zu stimulieren. Ähnliches gelte für die Fiskalpolitik angesichts der enormen Ausweitung der Staatsverschuldung.

26.7.2001 12:12