Donnerstag, 26. Juli 2001

Aktie trotz schwacher Zahlen im Plus

Die schwache Konjunktur und die schlechte Stimmung an den Börsen werden der bayerischen HypoVereinsbank AG (HVB), Mutter der Bank Austria, in diesem Jahr nach eigener Einschätzung das Geschäft verhageln. Die angepeilte Eigenkapitalrendite von zehn bis zwölf Prozent sei angesichts des Ergebniseinbruchs im ersten Halbjahr nicht mehr erreichbar, teilte die zweitgrößte Bank Deutschlands am Donnerstag in München mit.

Im zweiten Quartal halbierte sich der Gewinn vor Steuern im Vergleich zum vergangenen Jahr auf 229 (531) Mill. Euro (3,15 Mrd. S) und verfehlte damit die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 251 Mill. Euro gerechnet hatten. "Mit diesem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein", sagte ein Sprecher der HVB.

Die HypoVereinsbank habe sich in dem schwierigen Marktumfeld jedoch relativ gut behauptet, hieß es weiter. Analysten rechnen auch bei den anderen Großbanken im zweiten Quartal mit schwachen Ergebnissen. Die Eigenkapitalrendite sank bis Ende Juni auf 7,4 Prozent, im Börsenboom des vergangenen Jahres waren es noch zehn Prozent. Für eine Erholung der Märkte im zweiten Halbjahr gebe es keinerlei Anzeichen, sagte der Sprecher.

Wegen der schlechten Wirtschaftslage habe die Bank auch ihre Kreditrisikovorsorge um 100 Mill. Euro aufgestockt. Für das ganze Jahr erwartet die HypoVereinsbank nun einen Rückstellungsbedarf von 1,6 Mrd. Euro. Bereinigt um Konsolidierungseffekte aus der Integration der Bank Austria entspreche dies einem Anstieg um 11,8 Prozent, hieß es.

Einen noch tieferen Ergebnissturz verhinderten nur die 370 Mill. Euro, die die HypoVereinsbank Anfang des Jahres mit dem Verkauf des britischen Fondsverwalters Foreign & Colonial (F&C) steuerfrei erlöst hatte.

Aktie trotz schwacher Zahlen im Plus
Trotz der Zahlen stieg der Kurs der HypoVereinsbank-Aktie im frühen Handel zeitweise bis auf 49,50 Euro, nach einem Vortagesschluss von 48,05 Euro. Händler sagten, die Aktie sei in Erwartung noch schwächerer Zahlen in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck geraten. Diese Entwicklung werde nun etwas korrigiert.

26.7.2001 10:46