NEWS: 300 Millionen für neues Shopping-Paradies

Dank Excalibur-City ist er King of Duty-Free. Und rittert seit Jahren erfolgreich um die Gunst der schmalen Geldbörsen. Jetzt beschert Ronald Seunig dem tschechisch-österreichischen Niemandsland ein Factory-Outlet-Center.
Bislang herrschte Seunig, 37, gemeinsam mit seinem Partner Jaroslav Vlasák über die Excalibur-City, einen 40.000 Quadratmeter großen Zollfrei- und Billig-Konsumtempel im tschechischen Hate nahe der österreichischen Grenze. Knapp fünf Millionen Besucher sorgen dort jährlich für Umsätze von rund 750 Millionen Schilling.
300 Millionen für Shopping-Paradies, 500 neue Jobs
Schon ab Oktober werden in dem öden Steppenland erneut die Bagger auffahren. Neben der Excalibur-City entsteht auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern Tschechiens erstes „Factory-Outlet-Center“ (FOC) mit vorerst 80 Shops. Spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2002 will Seunig das mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Millionen Schilling veranschlagte Projekt eröffnen. Der strukturschwachen Grenzregion bringt das Vorhaben gut 500 neue Arbeitsplätze.
Als Partner und Betreiber hat Seunig das britischstämmige FOC-Unternehmen „Freeport“ an Bord. Den Wettbewerb mit dem im burgenländischen Parndorf beheimateten Factory- Outlet-Center McArthur/Glen scheut der Selfmade- Unternehmer nicht. Denn im Unterschied zu Parndorf wird in Tschechien ausschließlich „Indoor-Shopping“ angeboten werden. Seunig, ehemals Busenfreund von Pop-Legende Falco: „Die Parndorfer können sich schon zu fürchten anfangen.“
Gewagte Architektur
Dass der viel belächelte Waldviertler seine Visionen auch umsetzen kann, hat er hinreichend bewiesen. Nach Startversuchen mit einem acht Quadratmeter großen Kaffeehaus im tschechischösterreichischen Niemandsland machte er sich ab 1993 an die stufenweise Errichtung seiner Excalibur-City. Heute umfasst der skurrile Komplex neben zahlreichen Shops unter anderem das in einem ausrangierten Iljuschin- Flieger untergebrachte „Jet Rest Niki Lauda“, eine Veranstaltungshalle, eine Kart-Bahn, ein „Marktplatz’l“ und eine stark frequentierte OMV-Tankstelle.
Dabei schien Seunig schon am Ende. Denn der 1997 von Exfinanzminister Rudolf Edlinger ausgegebene „Zigaretten- Erlass“, wonach pro Person nur mehr 25 Zigaretten zoll- und tabaksteuerfrei eingeführt werden dürfen, traf ihn empfindlich. Prompt rutschte der Umsatz von einer Milliarde auf 700 Millionen Schilling. Seunig: „Nach dem ersten Schock haben wir unsere Geschäftsflächen vergrößert und sind im Angebot breiter geworden.“ Kleine Siege wie die in der Vorwoche vom tschechischen Unterhaus beschlossene Fristverlängerung für die Schließung der umstrittenen Zollfreiläden bis Ende 2003 pariert er wiederum gelassen: „Dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber der EU hätte die Tschechen nur Geld und Arbeitsplätze gekostet.“
Über Seunigs neue Visionen von Stonehenge bis Dick & Doof lesen Sie im neuen NEWS.
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