Mittwoch, 25. Juli 2001

Keine Sondersitzung des Kartells für Beschluss nötig

Nach einem deutlichen Preisverfall will die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), ihre Förderung um eine Million Barrel pro Tag drosseln. Für die Reduzierung, die ab dem 1. September gelten wird, soll es keine Sondersitzung der OPEC-Minister geben. Die Preise am Londoner Öl-Markt zogen umgehend an.

Die OPEC-Staaten stehen für 40 Prozent der weltweiten Öl-Förderung. An den Märkten war zuletzt über eine Drosselung der Menge um ein bis 1,5 Mill. Barrel spekuliert worden. Obwohl die Verringerung nun am unteren Ende der Erwartungen lag, stieg der Kurs für die Nordsee-Sorte Brent bis zum Mittwochnachmittag auf 25,27 Dollar (28,74 Euro/395,45 S). Am Vortag waren noch 24,90 Dollar gezahlt worden.

Ziel der OPEC ist ein Öl-Preis von rund 25 Dollar. Dieser Wert bezieht sich auf den Preis für OPEC-Öl, der aus mehreren Sorten gebildet wird. Er war in der vergangenen Woche um einen Dollar auf nur noch knapp 23 Dollar gefallen und hatte in der Organisation Befürchtungen vor einem weiteren Preisverfall und um weitere Milliarden sinkende Einnahmen geweckt.

Die Fachzeitschrift "Petrostrategies" hatte jüngst berichtet, die Erlöse der OPEC aus Öl-Verkäufen seien von Jänner bis Juni bereits auf 118,2 Mrd. Dollar gefallen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 121,1 Mrd. Dollar gewesen.

Zweite Förderung in diesem Jahr
Die OPEC hat ihre Förderung in diesem Jahr bereits zwei Mal um insgesamt 2,5 Mill. Barrel gedrosselt. Für die neue Reduzierung hatte Rodriguez ursprünglich ein Sondertreffen Anfang August ins Gespräch gebracht. Dies soll nun nicht stattfinden. Regulär treffen sich die Minister erst wieder am 26. September.

25.7.2001 15:36