Wie der VW-Konzern der Konkurrenz den Auspuff zeigt

VWs Pole-Position in Österreich: Grafik
In Österreich wurden noch nie so viele VW-Modelle verkauft wie im 1. Halbjahr 2001: Sechs der zehn Top-Seller sind von VW. Satte Erfolgsdaten kann die Volkswagen AG diesen Freitag bei der Halbjahresbilanz präsentieren.
So konnte der Konzern mit den Hauptmarken VW, Audi, Seat und Skoda seinen europäischen Marktanteil bei den Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten um 2,2 Prozent auf satte 18,9 Prozent steigern. Und das, obwohl der Gesamtmarkt aufgrund der einbrechenden Konjunktur um 1,7 Prozent schrumpfte. Damit festigten die Wolfsburger ihre Position als unangefochtene Nummer eins vor Peugeot/Citroën (13,9 Prozent) und Ford (11,3 Prozent).
Die eigentliche Sensation lieferte der VW-Konzern, der im Vorjahr mit 325.000 Mitarbeitern 5,1 Millionen Fahrzeuge ab- beziehungsweise 1.170 Milliarden Schilling umsetzte, freilich in Piëchs Heimat. In Österreich waren die ersten sechs Monate aufgrund der nachlassenden Konjunktur und des Sparpakets von einer deutlich verminderten Kauflust gekennzeichnet. Generalimporteur und Händler der VW-Marken ist die in Salzburg ansässige Porsche Holding, die je zur Hälfte im Eigentum der Familien Porsche und Piëch steht.
Die österreichische Halbjahresbilanz im Detail
Bei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent schrumpfenden Gesamtneuzulassungen legten die VW-Marken um 4,4 Prozent zu. Mit einem Plus von 2,9 Prozentpunkten auf 35,3 Prozent Marktanteil fuhren VW, Audi, Seat & Skoda zudem einen Allzeitrekord ein. Zum Vergleich: Der Verfolger Opel hält bei 9,5 Prozent.
Als Durchstarter schlechthin erwies sich einmal mehr die tschechische VW-Tochter Skoda, die mit einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis punktet. Mit einem Marktanteil von 6,5 Prozent überholte Skoda den Mitbewerber Renault und preschte in der Statistik von Rang fünf auf Platz vier vor.
Schließlich gelang der Porsche Holding noch das Kunststück, unter den zehn meistverkauften Kfz-Modellen gleich sechs Fahrzeuge der VW-Familie zu platzieren. Neben dem Evergreen VW Golf sind das der VW Passat, der VW Polo, der Audi A4 sowie die beiden Skoda-Fabrikate Fabia und Octavia.
Satte Gewinne
Die Porsche Holding, die samt ihren Auslandsaktivitäten in West- und Osteuropa im Vorjahr bei 72,3 Milliarden Schilling Umsatz gut 2,2 Milliarden Schilling Gewinn heimfuhr, kommentiert das Rekordergebnis betont zurückhaltend. „Wir wollen nicht übermütig werden und sind schon froh, wenn wir unseren Marktanteil langfristig bei mehr als 30 Prozent halten können“, meint Geschäftsführer Wolf Hellmaier.
Der Konkurrenz gibt der Hochgeschwindigkeitskurs der Porsche Holding indes sehr wohl zu denken. Als Gründe für die überlegene Pole-Position werden primär das denkbar straff geführte Händlernetz, geschicktes Marketing sowie das frühzeitige Erkennen des Diesel-Booms genannt. So wurden im ersten Halbjahr bereits 64,3 Prozent aller in Österreich neu zugelassenen Pkws mit Dieselaggregaten ausgeliefert. Hellmaier: „Die Preisentwicklung der Treibstoffe hat den Diesel weiter bevorzugt – und da bieten die VW-Marken eben das breiteste Motorenangebot.“
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