Schaden beläuft sich auf 5 Milliarden Schilling

Neue Ermittlungsergebnisse gibt es im Fall der insolventen Steiner-Gruppe. Der entstandene Schaden wird mittlerweile mit fünf Milliarden Schilling beziffert. Ein englischer Käufer wurde mit fingierten Gutachten um zwei Milliarden S betrogen. Die Kripo spricht vom größten Betrug in der Geschichte Österreichs.
Firmengründer Leopold Steiner soll in den letzten Jahren durch betrügerische Handlungen einen Schaden von rund 5 Milliarden Schilling (363 Mill. Euro) verursacht haben, lautet der Vorwurf. Eine Stellungnahme des Anwaltes von Steiner stand Dienstag Nachmittag noch aus.
Britische Investorengruppe mit gefälschten Bilanzen betrogen
Der Milliardenbetrug soll vor allem durch Versicherungs- und Kreditbetrug sowie durch Bilanzfälschung beim Verkauf von Steiner-Firmenanteilen an eine englische Investorengruppe verübt worden sein. Laut Kripo ist mittlerweile nachgewiesen, dass der englische Käufer dadurch um fast zwei Milliarden Schilling betrogen wurde.
Der Verdacht des Versicherungsbetruges bezieht sich auf einen Brand bei der Steiner-Tochter Steco in Pinsdorf (bez. Gmunden). Bei dem Vorwurf des Kreditbetruges geht es um von deutschen und englischen Banken gewährte Darlehen.
Insolvenz begann im Mai
Die wirtschaftlichen Probleme der Firmen-Gruppe Steiner hatten im Mai des heurigen Jahres zur Insolvenz geführt. Der Leitbetrieb Steiner Freizeitmöbel GmbH in Ebensee und die auf Kunststoffbehälter spezialisierte Firma Steco in Pinsdorf gingen vorerst in den Ausgleich, im Juni folgte in beiden Fällen der Anschlusskonkurs. Insgesamt mussten sechs Firmen der Steiner-Gruppe Konkurs anmelden, die Gesamtverbindlichkeiten dürften sich laut Kreditschutzverband auf rund 4,5 Mrd. S belaufen.
Friedrich Huemer kaufte Steiner Freizeitmöbel
Inzwischen gibt es für die Steiner Freizeitmöbel GmbH eine Lösung: Der Hörschinger Industrielle Friedrich Huemer kaufte die Firma und wird sie im bisherigen Umfang weiterführen, er denkt auch auch eine Ausweitung der Produktion. Für die Firma Steco gibt es neben Huemer eine Reihe weiterer Interessenten, hier ist noch keine Verkaufsentscheidung gefallen.
Steiner senior und junior in Haft
Im Zuge der Steiner-Pleite wurden der frühere Junior-Chef Alfred Steiner und zwei Ex-Manager am 30. Mai in Untersuchungshaft genommen, die beiden früheren Manager wurden inzwischen gegen Bezahlung einer Kaution von einer Mill. S beziehungsweise 500.000 S wieder auf freien Fuß gesetzt. Alfred Steiner blieb in Haft. Ebenso befindet sich dessen Vater, der Firmengründer Leopold Steiner, in Italien in Auslieferungshaft. Steiner senior war nach seiner Flucht am 2. Juli am Gardasee festgenommen worden. In allen Fällen laufen die Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Betruges, für die Genannten gilt die Unschuldsvermutung.
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