SPEZIAL: FREIER STROMMARKT AB 1. 1. 2002

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Strom- oder Heizkostenabrechnungen dürften den meisten österreichischen Konsumenten nur flüchtige Blicke wert sein. Die Österreicher haben nämlich absolut keine Ahnung, wie viel die im Haushalt eingesetzten Energieträger wie Heizöl, Strom, Gas, Holz, Kohle oder Fernwärme kosten.
Zu diesem Ergebnis kommt eine vom vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut IMAS im Juni durchgeführte repräsentative Umfrage.
Mit Ausnahme von Heizöl Extra Leicht und Strom konnten zu den einzelnen Energieträgern zwischen 90 und 98 Prozent der Befragten überhaupt keine Preisangaben machen, teilt das Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO) am Dienstag mit.
Tarifmodelle sind dem Konsumenten zu kompliziert
"Das außerordentlich schwache Preisbewusstsein ist insofern überraschend, als das Thema 'Energiepreise' zu den medialen Dauerbrennern zählt", zeigt sich das IWO überrascht. Dazu kommt, dass im Zuge der Liberalisierung der Energiemärkte die Österreicher zunehmend mit Preisinformationen der einzelnen Anbieter eingedeckt werden. Die unterschiedlichen Tarifmodelle machten es dem Konsumenten allerdings schwierig, den tatsächlichen Preis pro Einheit zu eruieren, kritisiert das IWO.
Schätzungen weichen oft bis zu 450% vom tatsächlichen Preis ab
Nahezu alle Energieträger werden laut Umfrage wesentlich teurer eingeschätzt, als sie tatsächlich sind. Einzige Ausnahme sind die Preise für Holz-Hackgut und Stückholz. Deren Preise werden drastisch unterschätzt. So kostet etwa ein Raummeter ofenfertiges Eichenholz 750 S, der Schätzwert dagegen bei 87,55 S. Im Durchschnitt unterscheiden sich die genannten Preise je nach Energieträger oft um einige hundert Prozent von der derzeit aktuellen.
Die Kenntnis der Preise für Energieträger, die im eigenen Haushalt eingesetzt werden, ist zwar in den meisten Fällen etwas besser als bei anderen Energieformen, aber auch hier klaffen geschätzter und tatsächlicher Preis um bis zu 450 Prozent auseinander, so das IWO weiter.
Den Preis für einen Liter Heizöl Extra Leicht schätzen die Österreicher auf 10,23 S. Tatsächlich lag der Durchschnittspreis bei 5,70 S. Eine Kilowattstunde (kWh) Fernwärme wird auf 3,76 S geschätzt, tatsächlich lag er in Wien bei rund 1 S.
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