Dienstag, 24. Juli 2001

SPEZIAL: EURO-EINFÜHRUNG AM 1. 1. 2002

Umfrage

In 161 Tagen kommt der Euro in zwölf EU-Länder. Jeder zweite Österreicher ist "gut" bis "sehr gut" über den Euro informiert. In Portugal weiß jeder Dritte nicht, dass sein Land zur Euro-Zone gehört! Und das trotz fünf Millionen Euro teurer Info-Kampagne! Jetzt gibt´s €-Nachhilfe von oben: als Predigt von der Kirchen-Kanzel. So sollen all jene informiert werden, die nicht lesen können.

Die Nationale Euro-Kommission sieht wenig Aussicht in der herkömmlichen Aufklärungs-Arbeit. Zumal ein großer Anteil der portugiesischen Bevölkerung keine Zeitung liest und im Fernsehen bloß zwischen Telenovela und Fußball hin und her zappt. Die Kommission verständigte sich nun mit der Bischofskonferenz, um die katholischen Priester mit der Nachhilfe in Sachen Euro zu betrauen.

"Das ist unser Dienst an der Nation"
Die Geistlichen sehen dies als "Dienst an der Nation". Gleichzeitig sollen die sozial "Schwächeren" vor Euro-Betrügern geschützt werden. In manchen Orten tauchten "Bankmitarbeiter" auf, die Escudo-Noten einsammelten, um sie gegen Euros zu tauschen, dann aber nie mehr gesehen wurden.

Von der im März angelaufenen offiziellen Informations-Kampagne der Nationalen Euro-Kommission, die immerhin fünf Mill. € kostet und der internationalen Werbefirma McCann-Erickson übertragen wurde, ist bisher nur wenig zu sehen. Im öffentlichen Verkehr reist ein sympathisches, schwarz gekleidetes Großmütterchen mit der Botschaft, dass ein Euro 200,482 Escudos wert ist, auf biederen Plakaten fast unbemerkt durch die Gegend.

24.7.2001 12:25