Montag, 23. Juli 2001

Raiffeisen mit 97% an Rumänien-Bank beteiligt

Seit heute, besitzt die österreichische Raiffeisen Zentralbank (RZB) die drittgrößte Bank in Rumänien. In Bukarest wurden die Schlussdokumente unterzeichnet. Damit wurden mit sofortiger Wirkung 98,84 Prozent der Aktien an der "Banca Agricola S.A." von der Privatisierungsagentur APAPS an das Bieterkonsortium aus RZB und RAEF (Romanian American Enterprise Fund) übertragen.

Der zum Teil cash, zum anderen Teil via Kapitalerhöhung erlegte Kaufpreis für die Bank mit rund 3.500 Beschäftigten betrug 52 Mill. Dollar (59,3 Mill. Euro/816 Mill. S).

Die RZB selbst ist nun durchgerechnet mit rund 93 Prozent an der rumänischen Großbank beteiligt. Mit im Konsortium war mit RAEF ein amerikanischer Regierungsfonds zur Entwicklung von Investitionen in Rumänien, der rund 5,7 Prozent hält.

Insgesamt werden für die Transaktion wie berichtet 52 Mill. Dollar bewegt: 37 Mill. Dollar fließen in eine geplante Kapitalerhöhung, 15 Mill. Dollar kosteten die bestehenden Aktien.

Die Banca Agricola weist nach vorläufigen und ungeprüften IAS-Zahlen eine Bilanzsumme von 8.932 Mrd. rumänischen Lei (361,6 Mill. Euro) auf und beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter. Die Bank betreibt landesweit 226 Bankstellen. Sie durchlief ein 1997 begonnenes Restrukturierungsprogramm.

Banca Agricola und die RZB-Tochterbank Raiffeisenbank werden nach RZB-Angaben vom Montag gemeinsam "ein Schlüsselspieler am rumänischen Kapitalmarkt" sein. Die RZB hat vor, die beiden Banken im Jahr 2002 zu fusionieren.

Die RZB ist bereits seit 1994 am rumänischen Markt vertreten. Die frühere Repräsentanz wurde 1998 in eine Vollbank umgewandelt. Die RZB-Tochter Raiffeisenbank beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und hatte Ende 2000 eine Bilanzsumme von rund 67 Mill. Euro.

Herbert Stepic, stellvertretender Generaldirektor und Auslandschef der RZB will die Banca Agricola mit der Unterstützung Raiffeisens zur "Top-Bankadresse in Rumänien" machen. Sie werde sich sowohl als Retail- als auch als Kommerzbank positionieren. Das landesweite Filialnetz der Banca Agricola wird in Kürze um Electronic- und Internet-Bankdienste ergänzt. Demnächst wird die Neugestaltung der Filialen gestartet. Um den Neustart der Banca Agricola zu symbolisieren, werde sie unter einem neuen Logo mit dem Giebelkreuz auftreten.

Der Agricola-Vorstand wird aus Eugen Radulescu (Vorstandsvorsitzender), James D. Stewart, Steven van Groningen, Rasvan Radu und Vasile Ifrim bestehen. Sie wurden vorbehaltlich der Zustimmung des Aktionärskomittees und der rumänischen Behörden ernannt. Eugen Radulescu wurde im November 1999 Vorstandsvorsitzender der Banca Agricola und ist für den Gutteil der Restrukturierungen verantwortlich. Davor war er Direktor der Rumänischen Nationalbank und Berater des Internationalen Währungsfonds. Steven van Groningen hat 1993 die ABN AMRO Rumänien gegründet und in den Niederlanden, in Russland und in Ungarn gearbeitet. James Stewart ist Vorstand der Raiffeisenbank (Romania) S.A. und verfügt über 24 Jahre Bankerfahrung in Rumänien, Bulgarien und den USA. Der Retail-Banker Rasvan Radu war Vorstand der CEC, der rumänischen Sparkasse, und Vasile Ifrim war schon bisher im Vorstand der Banca Agricola.

23.7.2001 12:21