Montag, 23. Juli 2001

Die AK rät: Intensivkurse sind am billigsten

Die Schule soll fördern, statt auslesen - dann könnten sich Eltern für die private Nachhilfe viel Geld ersparen, kritisiert die Arbeiterkammer. Immerhin geben sie pro Jahr für die private Nachhilfe ihrer Kinder rund 1,6 Milliarden Schilling aus.

Eine aktuelle AK-Erhebung in Wien zeigt: Die Preise für eine private Nachhilfestunde sind im Vergleich zum Vorjahr etwas teurer geworden. Der günstigste Nachhilfelehrer verlangt 100 Schilling, der teuerste 432 für eine Lernstunde. Noch kostspieliger sind Lerninstitute: Eine Einzelnachhilfestunde (60 Minuten) kann bis zu 951 Schilling kosten. Jetzt und in den kommenden Wochen werden sich österreichweit rund 42.000 Schülerinnen und Schüler auf eine Wiederholungsprüfung vorbereiten, allein in Wien sind es ca 6.300.

Die AK fordert daher: Automatisches Aufsteigen mit einem Nicht Genügend, mehr Nachhilfe durch die Schule selbst und ein besseres Frühwarnsystem.

Private Nachhilfe: Preise steigen am stärksten
Private Nachhilfe ist im Vergleich zum Vorjahr etwas teurer geworden: Kostete im Jahr 2000 eine Nachhilfestunde im Schnitt 222 Schilling, so sind es heuer durchschnittlich 225 Schilling. Hat der Sprössling einen Fleck in Mathematik, in einem kaufmännischen oder technischen Fach, so müssen die Eltern zwischen 125 und 432 Schilling für eine Lernstunde hinlegen. Die Preise sind für diese Fächer am kräftigsten gestiegen (um 7,4 Prozent).

Lerninstitute: Beträchtlich teurer
Obwohl der Einzelnachhilfeunterricht in einem Lerninstitut im Vergleich zum Vorjahr billiger geworden ist, liegen die Preise noch weit über jenen der privaten Nachhilfe. Eine Einzelstunde Nachhilfe kostet zwischen 150 und 951 Schilling. Lerninstitute verlangen für die Nachhilfe in Kleingruppen weniger als für die Einzel-Nachhilfe. So zahlen Eltern beim günstigsten Lerninstitut 65 Schilling, beim teuersten 525 Schilling für 60 Minuten Nachhilfe-Unterricht.

Intensivkurse: Mehr Unterrichtsstunden, meist günstiger
Eine Einzelstunde in einem Intensivkurs kostet zwischen 180 und 460 Schilling. Die Preise für eine Stunde Unterricht in einer Kleingruppe machen zwischen 63 und 433 Schilling aus. Die AK-Konsumentenschützer raten, die Preise zu vergleichen und auf die Anzahl der Unterrichtseinheiten zu achten, die von 45 bis 180 Minuten reichen.

Tipps der AK-Konsumentenschützer für Nachzipf-Geplagte
o Im Juli soll sich Ihr Kind noch erholen. Erst im August sollte dann mit neuer Kraft für die Wiederholungsprüfung gelernt werden.
o Holen Sie mehrere Angebote ein, und vergleichen Sie die Preise.
o Fragen Sie beim Gruppenunterricht, in welchem Alter die Kinder sind. Der Lernerfolg ist meist schlechter, wenn das Alter der Kinder ungleich ist.

23.7.2001 11:55