35 Prozent Europa-Marktanteil

Die börsenotierte VOEST-Alpine Stahl AG (VA Stahl), Linz, übernimmt die Thyssen Schienen Technik. Eine entsprechende Vereinbarung wurde heute in Duisburg unterzeichnet. Mit der Übernahme der Schienentechniksparte der deutschen Thyssenkrupp kommt die Voest Alpine in der Schienensparte in Europa auf 35 Prozent Marktanteil.
Die Voest-Alpine Schienen GmbH&CoKG, Tochter der börsenotierten Voest-Alpine Stahl AG, übernimmt mit 1. August 2001 die Thyssen Schienen Technik GmbH, Duisburg, eine 100-Prozent-Tochter der ThyssenKrupp Steel AG. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission.
Schweigen über Kaufpreis
Zum Kaufpreis wurden weiter keine Angaben gemacht. Vereinbart wurde eine Barzahlung, die notarielle Beglaubigung ist für diesen Freitag vorgesehen, sagte Voest Alpine-Chef Peter Strahammer.
Investitionsbedarf von 15 Millionen €
Den Investitionsbedarf bezifferte der Vorstand am Standort Duisburg in den nächsten 3 Jahren mit 15 Mill. Euro (206 Mill. S). Zu personellen Synergien wurde auf eine bereits mit dem Betriebsrat akkordiertes Programm zum Abbau von 50 der bisher 500 Stellen in Duisburg bis November verwiesen.
Für Duisburg steht ein Effizienzsteigerungsprogramm an: In Donawitz fertigt derzeit ein Mitarbeiter eine Tonne Schienen in zwei Stunden, in Duisburg dauert dies 3,5 Stunden. Die technische Ausrüstung im deutschen Werk sei auf aktuellem Standard, so VA-Schienen-Chef Franz Strutzl. Die Vormaterialien sollen dort weiter aus deutschen Quellen kommen.
Abstimmung bei den Absatzmärkte
Die beiden Werke wollen sich künftig im Vertrieb nicht in die Quere kommen. Donawitz wird wie schon bisher die Märkte in Südeuropa, Südosteuropa und der Schweiz beliefern. Das neuerworbene Werk in Duisburg wird für Skandinavien, Großbritannien, Norddeutschland und die Beneluxländer zuständig sein.
Thyssen-Umsatz: 129 Millionen €
Thyssen Schienen Technik wird im laufenden Geschäftsjahr rund 225.000 Tonnen Schienen erzeugen und mit 500 Mitarbeitern rund 120 Mill. Euro (1,65 Mrd. S) umsetzen. 80 Prozent der in Duisburg erzeugten Schienen gehen in den europäischen Markt. Die Produktion am Standort Duisburg wird laut Voest-Alpine Stahl weitergeführt.
Voest-Alpine Schienen hat im Geschäftsjahr 2000/01 (Bilanzstichtag 31.3.2001) rund 310.000 Tonnen Schienen erzeugt und einen Umsatz von 190 Mill. Euro (2,61 Mrd. S) erzielt. Zwei Drittel der Schienenerzeugung wurden in Europa verkauft. Zum 31. März 2001 hat das Unternehmen 439 Mitarbeiter beschäftigt.
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