Sieg teuer erkauft, Schett und Schwartz verletzt

Österreichs Tennis-Damen gehören im Gegensatz zu den Herren weiterhin der Elite der besten 16 Nationen an. Nach dem Sieg in der Relegations-Begegnung gegen Indonesien in Neudörfl haben Barbara Schett und Co. 2002 einen Platz in der Weltgruppe sicher. Allerdings beendeten sowohl Schett als auch Barbara Schwartz den erstaunlich gut besuchten Bewerb (2.000 Zuschauer) verletzt.
Der Sieg gegen den ohne Top-100-Spielerin und Sandplatz-Erfahrung angetretenen Gegner stand zwar nie in Frage, er war letztlich aber teuer erkauft. Der bereits mit einer Oberschenkel-Zerrung angetretenen Schett kam entgegen, dass sie am Sonntag beim 6:2,6:0 über Wynne Prakusya kaum Gegenwehr vorfand und so für das entscheidende 3:0 sorgte. "Aber eigentlich wollte ich wegen der Verletzung gar nicht mehr spielen", gestand die Tirolerin.
Weinend vom Platz geführt
Wie gut, dass sie es auf Bitte von Kapitänin Judith Floimair ("Es war eine gemeinsame Entscheidung") doch getan hatte. Denn anschließend musste die am Samstag noch so souveräne Schwartz im Match gegen die an Stelle der unerfahrenen Wimbledon-Juniorensiegerin Angelique Widjaja aufgebotenen Romana Tedjakusuma nach 2:26 Stunden bei 7;6,5:7,2:2 wegen eines Beinkrampfes aufgeben. Gestützt wurde die weinende Niederösterreicherin vom Platz geführt.
"So ein extremer Krampf ist äußerst schmerzhaft, sie konnte das Bein keinen Millimeter mehr abbiegen", erklärte Teamarzt Edi Lanz. Schwartz sollte aber in drei Tagen wieder auf dem Damm sein, ob sie das Turnier in Ettenheim spielen kann, ist aber noch offen.
Es geht auch mit einem Fuß"
Nicht auszudenken, hätte zuvor auch Schett bei 2:0 wegen der bereits Freitag erlittenen, aber geheim gehaltenen Verletzung tatsächlich aufgeben müssen. "Ich habe mir gesagt, es geht auch mit einem Fuß", sagte Schett. Die Innsbruckerin muss nun eine Behandlungs-Pause einlegen, schon Freitag geht es in die USA. Ihre US-Tournee, bei der sie keine Punkte zu verteidigen hat, sollte nicht in Gefahr sein. Schett: "Hätte ich echte Probleme gespürt, hätte ich sofort aufgehört."
Klein aber fein
So endete der Bewerb mit einem Wermuts-Tropfen, aber doch dem erwarteten Sieg, "und das ist es, letztlich, was zählt", so Floimair. Klein aber fein war dieser Fed Cup in Neudörfl, zu dem überraschend viele Fans gekommen waren. "Das hat mich am meisten überrascht", gestand auch Schett. Es war die erste Veranstaltung, die der ÖTV unter Geschäftsführer Martin Reiter komplett in Eigenregie durchgeführt hat. "Das Ganze war trotz verschärfter Startbedingungen hundertprozentig rentabel und wir haben genug gelernt, um auch den Daviscup im Herbst gegen die Ukraine gut über die Bühne zu bringen", zog Reiter zufrieden Bilanz.
Österreich - Indonesien 3:2
Samstag:
Barbara Schett - Angelique Widjaja 6:1,6:3
Barbara Schwartz - Wynne Prakusya 6:0,6:1
Sonntag:
Schett - Prakusya 6:2,6:0
Schwartz - Romana Tedjakusuma 7:6 (7/5),5:7,2:2, Aufgabe Schwartz wegen Verletzung
Patricia Wartusch/Marion Maruska - Yayuk Basuki/Prakusya 1:6,3:6
Argentinien siegt in Deutschland
Deutschland - Argentinien 1:3
Anke Huber - Maria Emilia Salerni 4:6,6:2,6:1
Barbara Rittner - Paola Suarez 6:3,3:6,2:6
Huber - Suarez 6:4,3:6,10:12
Rittner - Salerni 2:6,7:6 (9/7),2:6
Australien - Schweiz 4:1
Australien, Argentinien, Russland und Frankreich haben sich neben den Fix-Startern Spanien, USA, Belgien und Tschechien für die Achter-Finalrunde vom 5. bis 11. November in Madrid qualifiziert
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