Diskont: Vaterschaftstest um 9.900 S

Zum Diskontpreis von 9.900 Schilling bietet ein US-Unternehmen Österreichs Vätern die Möglichkeit, testen zu lassen, ob sie tatsächlich die Erzeuger ihres Nachwuchs sind. Das Geschäft brummt: Jedes zehnte Kind nennt jemanden Papi, der es nicht ist.
Rasant steigende Präzision und purzelnde Preise haben das globale Geschäft mit dem männlichen Mißtrauen binnen weniger Jahre auch hierzulande zur Wachstumsbranche gemacht. Waren in der Steinzeit der DNA-Proben fast ausschließlich gerichtsmedizinische Labors im Rahmen langwieriger Vaterschaftsprozesse mit Baby-Erbgut befaßt, so hat die private Konkurrenz längst Lunte gerochen.
Mehr und mehr Anbieter erschließen mit immer aggressiveren Methoden neue Kundenschichten, immer mehr Männer verlangen für ihren vermeintlichen Nachwuchs ein Abstammungszertifikat; wohl auch, weil der Weg zur Wahrheit kaum mehr Anstrengung erfordert als eine Versandhausbestellung: Anruf genügt, und Wattestäbchen mit versiegelbaren Kuverts flatterndiskret in den Postkasten – um nach erfolgtem Abstrich der Mundhöhlenschleimhaut zur hochkomplexen Auswertung zurück an den Absender zu gehen.
Immer öfter werden bei der Beschaffung des verräterischen Genmaterials sogar die Grenzen der Legalität verletzt; so sehr, daß Justiz- und Sozialministerium nun durch eine Änderung des Gentechnikgesetzes die Persönlichkeitsrechte von Mutter und Kind schützen wollen.
Dem Auge des Gesetzes ist nämlich nicht entgangen, daß die Dienstleistungen der DAN-Experten längst kein Privileg der oberen Zehntausend mehr sind.
Wie man die Mütter vor dem DNA-Raub schützen will und wie der Vaterschaftstest im Gen-Labor funktioniert lesen Sie im neuen FORMAT.
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