"Kritikus" gegen Schwarze und Moslem-Frauen

In der Grazer Stadtpolitik gibt es die nächste Affäre: In einem Bezirksblatt der Grazer ÖVP ist Anfang Juli eine Kolumne unter einem Pseudonym erschienen, in dem der Autor rassistische Vorurteile verbreitet.
So heißt es u.a. "Am Lendplatz ist das Schwarzen-Viertel. Hier marschieren sie en masse am helllichten Tag vorbei wie einst der Mohr im Kinderbuch (...) Aber in 'Arbeitsstellung' wurde von mir noch keiner entdeckt." VP-Stadtparteiobmann Siegfried Nagl, der jetzt dafür heftig kritisiert wird, ließ ausrichten, es gebe "keinen Rechtsruck" in der Partei.
"Am Griesplatz ist das Türken- und Bosnier-Viertel! Frauen mit Kopftuch, an der Hand vier Kinder, eines im Kinderwagen und das nächste bereits im Bauch, sind allgegenwärtig. (...) Die nächsten Krisenherde schwelen bereits! Erhalten wir bald ein Albaner-Viertel?", fragt der als "Kritikus" zeichnende Autor in dem Bezirksblatt, das von der ÖVP-Straßgang herausgegeben wird.
VP-Stadtparteiobmann und Stadtrat Siegfried Nagl ließ am Freitag mitteilen, dass er es nicht für zielführend erachte, den verantwortlichen VP-Bezirkschef, Gerald de Motmorency, seines Amtes zu entheben: "Mit einem Menschenopfer ist es für ihn nicht getan", sagte Nagls Sprecher. Auch Nagl wisse angeblich nicht, wer "Kritikus" sei. Montmorency habe ihm, Nagl, mitgeteilt, dass er "Kritikus" im Bezirksblatt bereits vor Jahren "übernommen" habe und dessen Identität auch gegenüber dem Stadtparteichef nicht gelüftet. "Er war immer anonym", sei mitgeteilt worden.
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