Südtirol bezichtigt Innsbrucker Uni

"Ötzi" sorgt weiter für Aufregung: Bei Röntgenaufnahmen in Südtirol wurde jetzt entdeckt, dass Rippenteile fehlen. Röntgenbilder aus den Jahren 1991 und 1993 belegen aber, dass die fraglichen Rippenpartien damals noch vorhanden waren. Wo sind also die fehlenden Rippenteile geblieben?
Da der 5.300 Jahre alten Gletschermumie "Ötzi" in den vergangenen drei Jahren keine Knochenproben entnommen worden sind, müsse die Entnahme noch während der Aufbewahrung in Innsbruck erfolgt sein, erklärt der Konservierungsbeauftragte Eduard Egarter Vigl, Primar der Bozner Pathologie. Als "Ötzi" 1998 von Innsbruck nach Bozen überstellt worden war, sei ein Übergabeprotokoll unterzeichnet worden, in dem angeführt sei, "welche Proben zu welchem Zweck entnommen" worden seien. Im Protokoll würden die fraglichen Rippenstücke aber nicht aufscheinen, so der Pathologe weiter.
Vigl: Die ersten Untersuchungen waren relativ unkoordiniert
Da "die erste Phase der Untersuchungen in Innsbruck" "relativ unkoordiniert gelaufen" ist, könnte dies eine mögliche Erklärung für das Verschwinden der beidseitigen Rippenteile sein, betonte Vigl. Dabei könnten die Knochen in Vergessenheit geraten sein.
Noch keine Stellungnahme der Universität Innsbruck
Ein Ansuchen aus Innsbruck, eine Rippenprobe Ötzis zu bekommen, um die Frakturen zu datieren und deren Ursache festzustellen, wurde daher "vorerst auf Eis gelegt". "Wenn sie schon Rippenproben haben, brauchen sie keine neuen", führte Primarius Vigl aus. Der Rektor der Universität Innsbruck, Hans Moser, wurde schriftlich um Aufklärung gebeten. Seine Antwort ist aber noch ausständig, da der Rektor auf Urlaub ist.
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