Donnerstag, 26. Juli 2001

Angst vor neuem Terror gegen Urlauberparadiese

In der südspanischen Touristenmetropole Malaga ist ein Bombenanschlag der ETA gescheitert. In einem Auto auf dem Parkplatz vor dem stark frequentierten Flughafen war eine Sprengladung von 50 bis 60 kg Dynamit versteckt, die nicht explodierte. Jetzt fürchten Tourismusexperten eine neue Terrorwelle - und sinkende Urlauberzahlen.

Ein anonymer Anrufer im Baskenland warnte vor einer baldigen Explosion - die fand aber nicht statt. Die Polizei vermutet, dass der Zündmechanismus versagt hat. In mehrstündigen Arbeiten entschärfte die Polizei den Sprengsatz.

Manuel Chaves, der Regierungschef der südspanischen Region Andalusien, vermutet in dem gescheiterten Anschlag den Beginn einer neuen Terrorwelle gegen Urlauberziele. Erst am Dienstag war im ostspanischen Badeort Torrevieja die mutmaßliche ETA-Terroristin Castresana bei der vorzeitigen Explosion einer Bombe getötet worden (Bild).

Während der Arbeiten an der Bombe kam es zu längeren Wartezeiten am Flughafen, weil das Hauptterminal gesperrt wurde und der gesamte Verkehr über ein kleineres Nebengebäude abgewickelt wurde. Der Betrieb wurde aber nicht eingestellt.

Die ETA kämpft mit terroristischen Mitteln für eine Unabhängigkeit des spanischen Baskenlandes. In einem Kommunique, das heute in der Zeitung "Gara" abgedruckt wurde, bekannte sich die Organisation zu 15 Attentaten seit März dieses Jahres. Heuer sind elf Menschen bei ETA-Anschlägen getötet wurden.

26.7.2001 16:45