Mittwoch, 25. Juli 2001

Weber: Weingartner unternimmt "Putschversuch"

In der Tiroler ÖVP fliegen die Fetzen. Parteiobmann Ferdinand Eberle ist zurückgetreten, Sekretär Weber wirft LH Weingartner einen "Putschversuch" vor. Im NEWS-Gespräch erklärt der mächtige AK-Präsident Fritz Dinkhauser, warum er dafür ist, dass beide Kontrahenten das Feld räumen.

NEWS: Wer soll die ÖVP in Neuwahlen führen? Der amtierende Landeshauptmann Weingartner?
Dinkhauser: Der hat doch den ganzen Zinnober verursacht. Ich würde sagen, dass beide das Feld räumen müssen, damit neue Integrationsfiguren die Verantwortung übernehmen können.

NEWS: Wer sind solche Figuren?
Dinkhauser: Anbieten tun sich ein paar. Von Günther Platter über Elisabeth Zanon bis zum Van Staa. Man muss nur das Volk fragen, wer die meiste Unterstützung hat. Man kann nicht mit irgendeinem Newcomer daherkommen, den kein Hund kennt. Ein Parteitag im Herbst ist doch nur das nächste Schauspiel. Das ist ein Spiel mit gezinkten Karten, bei dem es nur um Machteinflüsse geht.

NEWS: Würden Sie selbst als Parteichef und Landeshauptmannkandidat antreten?
Dinkhauser: Ich ziere mich nicht, wenn der Ruf käme, würde ich nicht nein sagen. Ich bin dankbar und stolz, dass ich bei Umfragen immer an der Spitze liege. Ich habe mich nie ins Spiel gebracht, doch ich wäre bereit.

NEWS: Die von Ihnen geforderte vorgezogene Landtagswahl birgt doch ein großes Risiko für eine ÖVP, die derart zerstritten ist.
Dinkhauser: Wichtig ist für die ÖVP, dass ein neuer Geist hineinkommt. Das jetzt ist ja zum Fürchten. Da dreht sich der Walli (Anm.: Tirols legendärer Landeshauptmann Eduard Wallnöfer) dreimal im Grab um.


Heftige Kritik an den Aussagen Weingartners vom Dienstag hat unterdessen VP-Hauptgeschäftsführer Günther Weber geübt. Weingartner versuche, "die Demokratie sowohl im Land als auch innerhalb der Partei außer Kraft zu setzen", betonte Weber. Der Landeshauptmann hatte in Bezug auf die Rücktrittsankündigungen des amtierenden VP-Obmanns die Einsetzung eines Führungsgremiums gefordert, das bis zum Parteitag dessen Führungsaufgaben übernehmen solle. Weber nannte dies einen "Putschversuch".

Lesen Sie das gesamte Interview mit Fritz Dinkhauser im aktuellen NEWS.

25.7.2001 15:35