Dienstag, 24. Juli 2001

Appell an die Konfliktparteien in Mazedonien

US-Präsident George W. Bush hat im Kosovo bekräftigt, dass die USA sich nicht einseitig aus dem Balkan zurückziehen werden. "Wir sind gemeinsam hineingegangen und wir werden gemeinsam hinausgehen", betonte Bush auf seinem ersten Besuch in der Krisenregion.

"Wir wissen, dass Amerikas Beteiligung entscheidend ist, militärisch wie politisch", betonte Bush in einer offiziellen Erklärung und einer Rede vor Friedenssoldaten. Aber es sei wichtig, die Bemühungen um eine Übernahme der vollen Verantwortung durch demokratisch gewählte lokale Behörden zu intensivieren. "Die Stationierung unserer Truppen sollte nicht endlos sein."

Der Präsident rief die Führer des benachbarten Mazedoniens auf, sich auf eine Lösung des Konflikts mit den albanischen Rebellen zu einigen und die verbleibenden Differenzen auszuräumen. "Jene hier im Kosovo, die den Aufstand in Mazedonien unterstützen, schaden den Interessen der Albaner in der Region", warnte Bush. Die Menschen im Kosovo sollten sich nur auf das Kosovo konzentrieren, sagte Bush.

Der US-Präsident beriet bei seinem Kurzaufenthalt im Kosovo mit zivilen und militärischen Friedenshelfern über die Lage in der Balkan-Krisenregion. Er traf zum Auftakt im US-Militärcamp Bondsteel mit dem Leiter der UNO-Mission (UNMIK), Hans Häkkerup, und dem Kommandanten der Friedenstruppe KFOR, dem norwegischen General Thorstein Skiaker, zusammen. Bush wollte sich an Ort und Stelle über die Stabilisierungsbemühungen der NATO-geführten Friedenstruppe KFOR in der Krisenregion informieren. In der Provinz Kosovo im Süden Jugoslawiens sind auch mehr als 5000 amerikanische Soldaten stationiert.

Bush hatte sich vor sich vor seiner Wahl kritisch zu einem großen und dauerhaften Engagement der USA für die Friedenstruppen in dem Balkan-Krisengebiet geäußert. Nach seiner Kurzvisite fliegt der US-Präsident wieder nach Rom zurück und reist von dort nach einem sechstägigen Europa-Aufenthalt in die USA zurück.

24.7.2001 16:10