Dienstag, 24. Juli 2001

Marko M.: Keine Verwicklung in Schmuggelgeschäfte

Der Sohn des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, Marko Milosevic, ist der Meinung, sein Vater wäre im Gefängnis, weil er seine Heimat zu lange verteidigt hätte. Gleichzeitig bestreitet er energisch, in illegale Erdöl- und Zigarettengeschäfte verwickelt zu sein.

Marko Milosevic meint, dass sein Vater Jugoslawien "zu energisch und zu lange für den Geschmack der US-Regierung und der Regierungen europäischer Staaten" verteidigt habe und weil "Aggressoren und Verteidiger nicht gleichzeitig in Freiheit" sein könnten.

Marko Milosevic war zwei Tage nach dem Regimewechsel in Belgrad Anfang Oktober des Vorjahres mit einem auf falschen Namen ausgestellten Reisepass nach Russland geflüchtet. Er dürfte sich zur Zeit in Afghanistan aufhalten. Seine Gattin Milica und der zweieinhalbjährige Sohn Marko waren vor einigen Monaten nach Belgrad zurückgekehrt.

Milosevics Sohn soll sich in den vergangenen Jahren an gewinnträchtigen Schmuggelgeschäften bereichert haben. Inzwischen werden auch etliche ungeklärte Mordfälle in der Belgrader Unterwelt mit seinen Geschäftsinteressen in Verbindung gebracht.

Slobodan Milosevic war Ende Juni an das Haager UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien ausgeliefert worden. Das UNO-Tribunal hatte Milosevic im Mai 1999 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kosovo angeklagt.

24.7.2001 11:18