Touristen sitzen auf Sri Lanka fest

Blutiger Dienstag in Colombo: Tamilische Rebellen griffen den größten Flughafen Sri Lankas und einen angrenzenden Luftwaffenstützpunkt an. Laut Armee wurden acht Militärflugzeuge und drei Maschinen der srilankesischen Fluggesellschaft zerstört. Tausende Touristen, die auf der Insel Urlaub machen, sitzen fest.
Das Verteidigungsministerium sprach von einem "Selbstmordanschlag". Die zwei Flugplätze liegen etwa 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo.
Noch mehrere Stunden nach dem Angriff wurde auf dem Militärflugplatz geschossen, wie Militärsprecher Chaminda Kumara sagte. Die Angreifer hätten auch den Kontrollturm unter Feuer genommen, sagte er. Die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) setzten bei dem Angriff Granatwerfer ein. Sie drangen auch auf den Luftwaffenstützpunkt vor. "Wir kennen ihre genaue Zahl nicht, aber es scheinen eine ganze Menge zu sein", sagte Kumara.
Der Angriff begann gegen 03.30 Uhr in der Nacht. In einem Militärkommunique hieß es später, der Angriff sei eingedämmt. Bei Tagesanbruch verhängte die Polizei ein Ausgehverbot in der Umgebung des Flughafens. In dem betroffenen Bereich leben etwa 100.000 Menschen.
Touristen sitzen auf Urlaubsinseln fest
Wegen der Kämpfe in der Nähe des Flughafens von Colombo sitzen Reisende in Sri Lanka und auf den Malediven fest. Tamilische Rebellen hatten eine Luftwaffenbasis angegriffen, die nur wenige hundert Meter von der Startbahn für zivile Flugzeuge entfernt liegt. Deswegen konnten unter anderem zwei Maschinen der Lufthansa-Chartertochter Condor nicht landen und starten. Nach Angaben des Reisekonzerns Thomas Cook (Oberursel bei Frankfurt) sind rund 500 Passagiere betroffen.
Von Deutschland aus fliegen nach Angaben von Thomas Cook zwei Condor-Maschinen pro Woche nach Colombo, sonntags von Frankfurt und montags von München. Die Maschine, die Montag von München nach Colombo abgehoben hatte, wurde unterwegs von den Unruhen benachrichtigt. Sie wurde nach Angaben einer Sprecherin auf die Malediven umgeleitet. Die 247 Passagiere seien dort in Hotels untergebracht worden.
Attacke beendet Hoffnung auf Friedenslösung
Seit Monaten warteten die Menschen in Sri Lanka auf eine gute Nachricht. Dass sich die tamilischen Rebellen und die Regierung endlich an einen Tisch setzen. Dass sie eine Lösung finden mögen, um den seit 18 Jahren dauernden Krieg zu beenden. Dass die armen Familien ihre Söhne nicht mehr in den Krieg schicken müssen. Dass die Kämpfe nicht länger den Staatshaushalt auffressen und die Zinsen in die Höhe treiben. "Es ist höchste Zeit für den Frieden", meinte auch Tourismusdirektor Renton de Alwis noch im Frühjahr.
Was am Dienstag kam, war eine denkbar schlechte Nachricht: Der erste Angriff der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) auf die Hauptstadt Colombo seit acht Monaten; ein Angriff, der auch Touristen in Gefahr brachte und in aller Welt Angst vor Reisen nach Sri Lanka auslösen dürfte; eine Attacke, die alle Hoffnungen auf baldige Verhandlungen zerstörte und die zugleich zeigte, wie heillos zerstritten Opposition und Regierung sind, obwohl für eine Lösung des Konflikts ihr Zusammenwirken nötig wäre.
Mit der Attacke auf den Luftwaffenstützpunkt und den Flughafen in Sri Lanka bewies der als Fanatiker geltende LTTE-Anführer Velupillai Prabhakaran, dass seine Leute jederzeit für ihn in den Tod gehen. Immer wieder schickt er Selbstmordattentäter aus. Auch diesmal wußten die etwa 20 Angreifer, dass die meisten von ihnen nicht überleben würden. Einige trugen die Bomben am Körper, die sie zündeten, als sie ihr Ziel erreicht hatten.
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