Dienstag, 17. Juli 2001

"Kommissar Rex ist nur mehr Flickwerk!"

Österreichs liebster Serien- Kommissar stöhnt. Die harten Bulle-Dreharbeiten machen Ottfried Fischer, 47, zu schaffen. Beim anschließenden Interview mit TV-MEDIA spricht Fischer offen über den stressigen Bulle-Dreh, die SAT.1- & "Kommisar Rex"-Krise, seine Ehe und die Pläne fürs nächste Jahr.

TV•MEDIA: Wie geht’s Ihnen nach einem Drehtag, bei dem Sie stundenlang im Auto unter Scheinwerferlicht geröstet wurden?
Ottfried Fischer: Fast wie einem Grillhendl! Aber zum Glück ist dieser Tag total atypisch – es wäre total ätzend, wenn jeder Drehtag so abliefe.

TV•MEDIA: Wie entspannen Sie nach einem solchen Drehtag?
Fischer: Dieses ständige Sich-entspannen- Müssen macht mich erst richtig fertig. Nach zehn Stunden Dreharbeiten hab ich keinen Nerv für Meditation oder solchen Kram, da bin ich einfach nur müde und schau, dass ich ins Bett komme.

TV•MEDIA: Was ändert sich beim ‚Bullen‘ in den neuen Folgen?
Fischer: Wir drehen viel außerhalb von Tölz, weil es wäre ja langweilig, wenn ich dort dauernd am Marktplatz herumstehen würde. Aber sonst darf nicht viel am Konzept verändert werden – sonst würde die Serie nicht mehr funktionieren.

TV•MEDIA: Ist ein Kommissar glaubwürdig, der nie schießt?
Fischer: Ja, denn Polizisten sind ja keine Ballermänner, die dauernd jemanden abknallen wollen. Ich finde es lustig, dass der Bulle keine Waffe dabeihat. Mir sind witzige Pointen wichtiger als Purzelbäume zu schlagen und Verbrecher Kung-Fu-mäßig zu vernichten.

TV•MEDIA: Gibt’s zwischen Ihnen und dem ‚Bullen‘ viel Ähnlichkeit?
Fischer: Sicher, er ist genauso dick wie ich, isst gerne und macht sich zu viele Gedanken über die Welt. Das ist auch wichtig, denn je mehr eine Figur von einem hat, desto glaubwürdiger kommt sie rüber.

TV•MEDIA: Stimmt es, dass sich sogar Wissenschaftler mit dem ‚Bulle‘-Erfolg beschäftigen?
Fischer: Ja, ich habe gerade eine Analyse gelesen, die besagt, dass die Serie vom Unerwarteten lebt. In der ersten Folge kommt Benno total verschlafen im Bademantel daher, wird von seiner Mutter zusammengeschissen – dass so einer Kommissar ist, sorgt schon allein für Situationskomik.

TV•MEDIA: Gefährden die häufigen Wiederholungen den ‚Bullen‘?
Fischer: Ja, vor allem in Deutschland wird zu oft wiederholt. SAT.1 tut sich damit letztlich keinen Gefallen, auch wenn sie momentan den Bulle-Erfolg dringend brauchen. Aber irgendwann geht das garantiert auf Kosten des Produkts.

TV•MEDIA: Durch exzessives Wiederholen hat SAT.1 die ‚Kommissar Rex‘-Talfahrt ausgelöst ...
Fischer: Bei Rex kommt noch dazu, dass die Serie nur mehr Flickwerk ist. Wenn jetzt der dritte Kommissar kommt, ist das ganze Ensemble ausgewechselt worden. Aber wenn man ein Gesamtkunstwerk verkauft – und das hätte Rex auch werden können –, darf man maßgebliche Figuren nicht austauschen.

TV•MEDIA: Ihr Stammsender SAT.1 fährt Verluste ein, sorgt Sie das?
Fischer: Ich beobachte die Quoten und die Programmierung des Senders. Den Film über Walter Sedlmayr, Wambo, wollte keiner sehen, weil sie damit das Idol zerstört haben – blöd war auch, den Film am Muttertag zu zeigen. Und ich weiß auch nicht, ob es klug ist, sein ganzes Heil in einem Film über Vera Brühne zu sehen, die heute eh keiner mehr kennt. Aber SAT.1 hat den Bullen ermöglicht, das spricht wieder sehr für den Sender.

TV•MEDIA: Sind Sie bei der Erziehung Ihrer Töchter stark beteiligt?
Fischer: Nein, das geht gar nicht, weil ich viel zu wenig zuhause bin. Aber ich halte mir alle Schulferien frei, das ist mehr, als viele andere Väter schaffen. Mir ist aber aufgefallen, dass einen die Kinder meistens dann besonders brauchen, wenn man gerade keine Zeit hat. Das macht mich schon traurig.

TV•MEDIA: Wie halten Sie Ihre Ehe auch nach elf Jahren jung?
Fischer: Es ist wichtig, dass sich beide Freiräume zugestehen und jeder die Möglichkeit hat, sich selbst zu verwirklichen. Wenn meine Frau wieder arbeiten möchte, würde ich das ermöglichen.

TV•MEDIA: Sie drehen dieses Jahr sechs ‚Bullen‘ und zwei ‚Pfundskerle‘. Gibt’s für 2002 schon Pläne?
Fischer: Ja, SAT.1 will die Seher zu Ostern mit neuen Bulle-Folgen verwöhnen, und ich habe bereits für drei weitere Folgen zugesagt!

Die ganze Reportage über die Dreharbeiten zu "Der Bulle von Tölz" lesen Sie im neuen TV-MEDIA. Ausserdem gibt's ein grosses "Bulle"-Poster mit Autogramm!

17.7.2001 14:30

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Komödie, Satire - USA, 2012

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Mit: Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Megan Fox, John C. Reilly, Ben Kingsley

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