Sonntag, 22. Juli 2001

Rewe hat 14 Billa-Filialen verkauft

Die Marke Billa der österreichischen Rewe-Tochter BML (Billa, Merkur, Mondo, Emma, Bipa) verschwindet aus Polen. Der deutsche Mutterkonzern Rewe hat die 14 Billa-Filialen (Umsatz: rund 1 Mrd. S) an den französischen Lebensmittelmulti Auchan verkauft, berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT.

Der Hintergrund des Deals ist laut FORMAT ein jahrelanger Konflikt zwischen Rewe und den Billa-Polen Hälfteeigentümern Jura Zagiel und Andrezej Kuna, der die Expansion lahmgelegt habe.

Die Austro-Polen, die laut FORMAT in Warschau unter anderem eine Immobilien-Development-Firma betreiben, waren 1990 mit Billa-Gründer Karl Wlaschek ein Joint Venture eingegangen. Vor dem Billa-Verkauf an die Rewe im Jahr 1993 wollte Wlaschek zurückkaufen. "Wir einigten uns auf 150 Mill. Schilling, tags darauf wollte Billa-Chef Veit Schalle nur noch 100 Mill. zahlen. Der Deal platzte deshalb", wird Kuna zitiert.

"Die Filialen fehlen uns nicht, wir haben noch duzende florierende Geschäfte unter anderem Namen in Polen", sagte Rewe-Boss Hans Reischl laut FORMAT.

Wie bei der Rewe-Bilanzpressekonferenz Ende Februar bekannt gegeben wurde, setzte die Österreich-Tochter BML zusammen mit den im Ausland betriebenen Supermärkten im Jahr 2000 mit 1.878 Märkten rund 10 Mrd. DM (5,11 Mrd. Euro/70,4 Mrd. S) um - 6,7 Prozent mehr als 1999. In Österreich war die Zahl der Filialen um 35 auf 1.672 gestiegen. Die über Billa in Italien, Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Rumänien und auch in Bulgarien und der Ukraine betriebenen 206 Supermärkte (plus 39) konnten ihren Umsatz um 23 Prozent auf 1,6 Mrd. DM anheben.

22.7.2001 11:23