Neue Airlines starten von Österreich nach Deutschland

Flüge nach Deutschland sind immer noch exorbitant teuer. Aber bald werden neben AUA und Lufthansa auch andere Airlines von Wien nach Frankfurt, Stuttgart und München fliegen. Weil sie billiger sind als die AUA werden deren Preise für Tickets in die BRD spürbar fallen.
Wien–Düsseldorf fast 15.000, Wien–München fast 8.000, Wien–Hamburg fast 16.000 Schilling: Die Preise für Flüge von Österreich nach Deutschland sind nicht nur für notorische Geizhälse ein ständiger Quell Ärgers.
Warum kostet ein Ticket nach Frankfurt fast doppelt soviel wie eines nach New York? Diese Frage stellen Deutschlandreisende seit Jahren. Und auch wenn Austrian Airlines und Lufthansa von den hohen Landegebühren über die zu geringe Auslastung bis zur komplizierten Mischkalkulation unzählige Gründe anzuführen wissen, warum sie um keinen Groschen billiger fliegen können: Viele Kunden glauben ihnen nicht. Eine Mitarbeiterin eines Wiener Innenstadt-Reisebüros: „Ich muß mir tagtäglich wüste Beschimpfungen anhören – als ob ich etwas für die hohen Preise könnte.“
Bewegung in der Luft
Doch jetzt steigen die Chancen, daß Deutschlandpassagiere bald weniger Grund zur Aufregung haben. Seit sich die EU-Kommission Mitte Mai der Ticketpreise angenommen hat, kommt Bewegung in den deutsch-österreichischen Luftverkehr: Neben AUA und Lufthansa werden demnächst auch andere Airlines von Wien nach Deutschland fliegen. Zu günstigeren Preisen. Und dann könnten auch die AUA-Tickets billiger werden.
Noch heuer werden drei Airlines Konkurrenz für AUA und Lufthansa: von Schwechat aus in Richtung Deutschland starten. Die slowenischen Adria Airways wollen täglich zweimal Wien–Frankfurt–Wien fliegen, jeweils morgens und abends. Als Fluggerät soll ein 48sitziger Canadair-Jet eingesetzt werden. Die Croatia Airlines plant ebenfalls, von Wien aus Verbindungen nach Deutschland anzubieten. Mit einem Airbus A-319 soll die Strecke Zagreb– Wien–Düsseldorf beflogen werden. Auch Frankfurt und München sind im (freilich noch absolut vertraulichen) Gespräch.
Und die Innsbrucker Air Alps, die gerade erst im Juli einen Ausgleich durchgebracht hat, fliegt bereits seit einigen Monaten von Wien nach Stuttgart. Künftig will Air Alps weitere Destinationen beim großen Nachbarn ansteuern. Geschäftsführer Dietmar Leitgeb: Die Entscheidung, welche das sein werden, fällt in den kommenden Wochen.“
20 Prozent billiger
Offiziell will zu konkreten Preisen noch niemand Auskunft geben. Insider erwarten sie aber rund zwanzig Prozent unter den aktuellen Tarifen von AUA und Lufthansa. Bleibt die Frage, wie die AUA in dieser heiklen Situation reagieren wird. Senkt sie die Preise zu deutlich, bestätigt sie den Verdacht der EU-Kommission, bisher eine Monopolstellung ausgenützt zu haben.
Tut sie nichts, verliert sie Marktanteile. Oder hat, sollten die Newcomer sich an die AUA-Tarife angleichen, bald wieder die Brüsseler Wettbewerbshüter am Hals – wegen vermuteter Absprachen. Wahrscheinlich ist daher eine vorerst nicht spektakuläre, aber doch spürbare Preissenkung der Austrian-Gruppe.
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